Generali: Nicht nur die Corona-Krise beutelt den Konzern

Florian Burghardt Versicherungen

Der Gewinn des Generali-Konzerns hat im ersten Halbjahr stark gelitten. Dafür ursächlich waren mehrere verschiedene Faktoren, die nicht alle auf die Corona-Krise zurückzuführen sind.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 hat sich der Gewinn der Generali halbiert.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 hat sich der Gewinn der Generali halbiert. Bild: Generali

Das erste Halbjahr 2020 hat wenig erfreuliche Geschäftszahlen für den internationalen Generali-Konzern gebracht. Zwar blieb das operative Versicherungsergebnis mit rund 2,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu konstant. Dafür war aber vor allem ein gestiegener Gewinn in der Schaden-/Unfallversicherung (+181 Millionen Euro) verantwortlich, der den Gewinnrückgang in der Lebensversicherung (-242 Millionen Euro) nahezu ausgleichen konnte. In Leben verzeichnete die Generali weltweit einen Absatzrückgang, vor allem bei fondsgebundenen Policen.

Grund für die sinkende Nachfrage bei den Kunden könnten die instabilen Kapitalmärkte sein. Diese waren auch mit verantwortlich für das das deutlich schlechtere Konzernergebnis im ersten Halbjahr. Der Gewinn ging gegenüber den ersten sechs Monaten im Jahr 2019 um 56,7 Prozent auf 774 Millionen Euro zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, musste es 226 Millionen Euro Nett-Wertminderungen durch die Performance an den Finanzmärkten verkraften. Im ersten Quartal hatte die Entwicklung allerdings noch schlechter ausgesehen.

Mehrere Baustellen

Dazu kommen Kosten aus dem juristischen Vergleich, den Generali mit der brasilianischen Bank BTG Pactual geschlossen hat. Nach dem Verkauf der Schweizer Banktochter BSI an die Brasilianer, war es zu Ungereimtheiten in Bezug auf das Geldwäschegesetz gekommen. BTG forderte daraufhin Schadensersatz von den Italienern. Dieser wurde nun mit einem Minus von 183 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2020 verbucht.

Neben dem rückläufigen Leben-Geschäft trifft die Corona-Krise die Generali ganz direkt mit dem Beitrag von 100 Millionen Euro, den der Konzern in seinen internationalen Corona-Hilfsfonds eingezahlt hat. Allerdings fiel auch die Combined Ratio mit 89,5 Prozent im ersten Halbjahr geringer aus als im Vorjahreszeitraum (91,8 Prozent). Dies ist unter anderem auf weniger Schäden in der Kfz-Versicherung zurückzuführen.

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