Finanztest: Preis zählt bei Grundfähigkeitspolicen

Detlef Pohl Versicherungen Top News

Der Markt für Grundfähigkeitsversicherungen ist noch nicht voll entwickelt. Nun hat die Stiftung Warentest 31 Tarife von 18 Anbietern untersucht und dabei ein vereinfachtes Preis-Leistungsverhältnis ermittelt. Allerdings unterblieben Qualitätsurteile im Test.

Es gibt bei Grundfähigkeitspolicen „bisher kaum allgemeingültige Standards bei der Definition der einzelnen Fähigkeiten“, schreibt die Stiftung Warentest (Gebäude im Bild). Finanztest bleibt einen harten Preis-Leistungsvergleich schuldig.

Es gibt bei Grundfähigkeitspolicen „bisher kaum allgemeingültige Standards bei der Definition der einzelnen Fähigkeiten“, schreibt die Stiftung Warentest (Gebäude im Bild). Finanztest bleibt einen harten Preis-Leistungsvergleich schuldig. Bild: Stiftung Warentest

Wer seine Arbeitskraft bereits abgesichert hat, greift am häufigsten zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung (73 Prozent), ergab eine Forsa-Umfrage (procontra berichtete). Die wenigsten (1,0 Prozent) hatten dazu eine Grundfähigkeitsversicherung (GFV) gewählt, die seit dem Jahr 2000 auf dem deutschen Markt angeboten wird.

In den letzten zwei bis drei Jahren ist das Angebot an Grundfähigkeitsversicherungen (GFV) auf dem deutschen Markt deutlich angewachsen. Ein Grund: Die BU-Versicherung kann vor allem für überwiegend körperlich tätige Menschen sehr teuer oder aufgrund von Vorerkrankungen nur schwer in vollem Umfang zu bekommen sein.

Daher durfte man auf die Untersuchung zu Grundfähigkeitsversicherungen gespannt sein, die die Stiftung Warentest jetzt in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest publiziert hat. Untersucht wurden 31 Tarife von 18 Gesellschaften, darunter auch die neu auf den Markt gekommenen Angebote von Gothaer, R+V und Württembergische (procontra berichtete). Insgesamt bieten rund 25 Gesellschaften eine GFV an.

Kein Test-Urteil, nur wenige Kriterien

Leider hat Finanztest kein hartes Test-Urteil abgegeben – wie schon kürzlich bei Cyberversicherungen für Privatkunden (procontra berichtete). Was für guten GFV-Schutz versichert sein muss, macht die Stiftung Warentest an diesen Kriterien fest:

  • erforderliche Mindestdauer der Beeinträchtigung (besser nur 6 als 12 Monate),
  • Verlust einer der versicherten sensorischen Fähigkeiten,
  • Verlust einer der versicherten motorischen Fähigkeiten,
  • Verlust einer der versicherten intellektuellen und geistigen Fähigkeiten,
  • Verlust der Mobilität,
  • Pflegebedürftigkeit,
  • Sonstiges: Nachversicherungsgarantie, Leistungsdynamik möglich, Hilfe bei Zahlungsschwierigkeiten, keine Meldepflicht bei verbesserter Gesundheit.

Die Beiträge haben die Tester an vier Beispielkunden unterschiedlicher Berufe verglichen (Controller, Industriemechaniker, Musiker, Fliesenleger). Das ist noch nachvollziehbar, da diese Berufsgruppen häufig keinen oder nur teuren BU-Schutz bekommen würden. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, warum bei diesen Modellkunden unterschiedliche Eintrittsalter (zwischen 25 bis 30 Jahren) und unterschiedliche Monatsrenten (zwischen 1.500 bis 2.000 Euro) zugrunde gelegt wurden.

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Wie ein Qualitätsvergleich künftig gelingen kann

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