Debeka wehrt sich gegen Krisengewinnler-Vorwürfe

Martin Thaler Versicherungen

Die PKV hat von der Corona-Krise nicht profitiert, erklärt der Koblenzer Versicherer und verweist auf steigende Leistungsausgaben. Bei der Zahl der Vertragsabschlüsse macht sich die Krise kaum bemerkbar, der Versicherer plant seinen Marktanteil weiter auszubauen.

Die Debeka wehrt sich gegen Vorwürfe, dass die PKV von der Corona-Krise profitiert habe.

Die Debeka wehrt sich gegen Vorwürfe, dass die PKV von der Corona-Krise profitiert habe. Bild: Debeka

Die Debeka weist Vorwürfe, dass die privaten Krankenversicherer von der Corona-Krise profitiert hat, zurück. Viele Versicherte hatten aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 auf Arztbesuche verzichtet. In den Leistungsausgaben spiegele sich das aber nicht wider, erklärte der Versicherer: So seien die Leistungsausgaben bei der Debeka im ersten Halbjahr um insgesamt 81 Millionen gestiegen, wobei der Anstieg im ersten Quartal 81 Millionen Euro betrug. Im Corona-geprägten zweiten Quartal verzeichnete der selbsternannte Marktführer lediglich einen Rückgang von sieben Millionen Euro.  

Im Einzelnen verbuchte der Koblenzer Versicherer bei den ambulanten Leistungen ein Ausgabenplus von zwei Prozent, bei Arzneimitteln betrug es 10,7 Prozent, bei allgemeinen Krankenhausleistungen 2,6 sowie bei Chefarztleistungen 0,6 Prozent. Lediglich bei den zahnärztlichen Leistungen sanken die Leistungsausgaben um 1,8 Prozent.  

„Diese Zahlen zeigen, dass die teils massiven politisch motivierten Vor­würfe an die Private Krankenversicherung, sie profitiere von der Coronakrise, unzutreffend sind“, erklärte Fachvorstand Roland Weber. „Die Beteili­gung der PKV an den krisenbedingten Zusatzzahlungen bei den Krankenhausentgelten, die Sondervereinbarungen mit der Bundesärztekammer und der Bundeszahnärztekammer zur Beteiligung am Mehraufwand für Hygie­nemaßnahmen und vieles mehr gleichen den Rückgang der Behandlungs­fälle zu einem nicht unerheblichen Teil aus. Und wenn Versicherte aus Vorsichtsgründen in diesem Jahr keine Behandlung in Anspruch ge­nommen haben, werden im nächsten Jahr mehr Mitglieder eine Beitrags­rückerstattung erhalten als bisher. Das ist vertraglich vereinbart. Über­schüsse fließen an unsere Versicherten zurück.“  

Duales System hat sich bewährt

Einen Umbau des dualen Gesundheitssystem aus GKV und PKV zu einer Bürgerversicherung, wie ihn beispielsweise DGB-Chef Reiner Hoffmann angesichts der Corona-Krise gefordert hatte, wies die Debeka in Person von ihrem Vorstandsvorsitzendem Thomas Brahm zurück. „Wer angesichts der aktuellen Erfahrungen noch immer nach einer staatlich organisierten Bürgerversicherung ruft, wie sie etwa in England mit dem „National Health Service“ besteht, verkennt die Folgen, die ein solches System auch in Deutschland für die Patienten hätte.“  

Vielmehr verfüge Deutschland aufgrund seines dualen Systems über ein finanziell und materiell gut ausgestattetes Gesundheitssystem, das sich in der Corona-Krise bezahlt gemacht habe. „Deutschland hat beispielsweise mit Abstand die meisten Intensivbetten in der EU. Auch die hohe Zahl von Einbettzimmern in den Krankenhäusern, die zur Isolierung von Corona-Infizierten wichtig sind, gäbe es ohne die PKV nicht“, merkte Brahm an.  

Ungeachtet der Corona-Krise konnte die Debeka ihren Versicherungsbestand weiter ausbauen. Mit 34.500 neu abgeschlossenen Vollversicherungen im ersten Halbjahr lagen die Koblenzer nur leicht unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums (35.600). Der Bestand stieg um 15.000 auf nun 2.454.000 Vollversicherungsverträge.  

Bei den Zusatzversicherungen konnte die Debeka im ersten Halbjahr insgesamt 16.000 Abschlüsse verzeichnen. Insgesamt sieht sich der Versicherer auf Kurs. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr unseren Marktanteil von knapp 28 Prozent weiter ausbauen werden“, gab sich Brahm selbstbewusst.  

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