Corona-Auswirkungen: Jüngere denken verstärkt über BU-Versicherungen nach

Martin Thaler Berater

Die Corona-Krise scheint insbesondere bei jüngeren Menschen zur Neubewertung ihres Sicherheitsbedürfnis zu führen. Vor allem die Altersvorsorge und die Arbeitskraftabsicherung könnten hiervon profitieren.

Die Corona-Krise scheint insbesondere bei jüngeren Menschen ein Umdenken beim Thema Versicherungsschutz zu bewirken.

Die Corona-Krise scheint insbesondere bei jüngeren Menschen ein Umdenken beim Thema Versicherungsschutz zu bewirken. Bild: Pixabay/ Comfreak

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise aufs Neugeschäft? Viele Versicherer und Experten malten zuletzt ein eher düsteres Bild – vielfach war die Rede von erhöhten Storno-Zahlen und einer geringeren Abschlussbereitschaft. Wer denkt schon an den eigenen Versicherungsschutz, wenn die finanzielle Situation mit vielen Fragezeichen behaftet ist.  

Eine Umfrage der Nürnberger und des Marktforschungsunternehmens YouGov unter 2.000 Menschen zeichnet jetzt ein deutlich positiveres Bild. Denn viele Menschen – insbesondere die jüngeren – bewerten ihr Sicherheitsbedürfnis nun anders. So scheinen insbesondere die Bedeutung der eigenen Altersvorsorge, Gesundheit und Arbeitskraftabsicherung durch die Eindrücke der Pandemie gewachsen zu sein.  

In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen erklärte jeder Fünfte, dass das Thema Altersvorsorge für sie an Bedeutung gewonnen habe. „Ein wirklich interessantes Ergebnis, wenn man bedenkt: Unsere Millennials-Studie stellte 2018 noch fest, dass sich vor allem die jüngere Generation nicht mit dem Thema Versicherung beschäftigen möchte und die Altersvorsorge als unnötig erachtet“, bewertete Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger, das Ergebnis.  

Nachbesserungsbedarf bei BU-Versicherungen

Auch beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung sieht jeder Fünfte (21 Prozent) offenbar Nachbesserungsbedarf – für 22 Prozent sei das Risiko, berufsunfähig zu werden, durch die Krise spürbarer geworden, konstatiert die Umfrage.  

Dass die täglich in den Medien vorgeführte eigene Verletzlichkeit zu mehr BU-Abschlüssen führt, hatte zuletzt auch Frank Kettnaker, Vertriebsvorstand bei der Alten Leipziger, im Interview mit dem Fachportal versicherungswirtschaft-heute bestätigt. So konnte der Versicherer während der Corona-Krise 20 Prozent mehr Anträge in der privaten Altersvorsorge sowie BU-Versicherung feststellen.  

Auch eine Umfrage der Swiss Life  hatte ein ähnliches Bild im Bezug auf die Altersvorsorge gezeichnet: Für 30 Prozent der Deutschen habe die Absicherung der eigenen Altersvorsorge seit der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen, berichtete der Versicherer. Auch die Zahl der abgeschlossenen Altersvorsorgeverträge haben sich im März und April dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent gesteigert. „Die Menschen suchen gerade in diesen verunsichernden Zeiten nach finanzieller Selbstbestimmung“, kommentierte Swiss-Life-Deutschland-CEO Jörg Arnold das Ergebnis.  

Die Corona-Krise kann also für Makler einen guten Anlass bieten, mit ihren Kunden das Thema Altersvorsorge und Arbeitskraftabsicherung zu erörtern. „Es ist notwendig, diesen jungen Menschen jetzt verständlich zu erklären, wie eine passende Risikoabsicherung und Altersvorsorge aussehen könnte, um einer Unterversorgung vorzubeugen“, bestätigte Zitzmann.

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