BU-Versicherung: Wie transparent die Anbieter sind

Detlef Pohl Berater Top News

Wichtiges Qualitätsmerkmal in der BU-Versicherung sind langfristig stabile Beiträge. Dazu gibt es eine aktuelle Untersuchung, die zugleich die transparentesten BU-Anbieter ermittelt hat. Welche Fragen die Versicherer dazu beantworten mussten.

BU-Versicherer

Ganz so transparent wie moderne Glas-Architektur sind die Geschäftsdaten der BU-Versicherer längst noch nicht. Einige mauern kräftig weiter. Bild: Pixabay/stux

Erste Wahl für BU-Kunden sollte ein Versicherer mit leistungsstarken Bedingungen sein, der langfristig sicherstellen kann, dass der Zahlbeitrag und damit die Überschusssituation konstant bleibt und trotzdem eine faire Leistungsprüfung garantiert ist. Diesem Anspruch von Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages genügt längst nicht jeder Anbieter.

Offenbar sind die BU-Beiträge zumindest aktuell weitgehend stabil. Das geht aus einer Umfrage des Infinma Institut für Finanz-Markt-Analyse hervor (procontra berichtete). Danach zeigen 29 BU-Anbieter „maximale Beitragsstabilität“ und 9 Gesellschaften „langjährige Beitragsstabilität“ (Stand: 17. Juli 2020). Im Vorjahr waren es 23 bzw. 13 Anbieter (procontra berichtete).

Infinma verfolgt dabei einen sehr einfachen Ansatz: Es wird lediglich danach gefragt, ob es für BU-Bestandsversicherungen in der dritten Schicht Anpassungen der Überschussbeteiligung gab, die zu einer Erhöhung der Zahlbeitrages für den Kunden geführt hat. Im Hinblick auf die abgefragten Zeiträume erfolgt eine Differenzierung in „maximale Beitragsstabilität" (mehr als 20 Jahre keine Anpassung) und „langjährige Beitragsstabilität" (10, 15 oder 20 Jahre keine Anpassung).

Welche BU-Versicherer Beitrag langfristig stabil halten

Dabei lohnt ein Blick auf die 15 Fußnoten. Sie präzisieren, wie lange es konkret keine Anpassungen bei der Überschussbeteiligung in der BU-Versicherung mehr gegeben hat. Beispiel: Noch nie seit Einführung des Tarifs gab es eine solche Anpassung bei Bayern-Versicherung, die Bayerische, Generali Deutschland (bis vor kurzem AachenMünchener genannt), Nürnberger, R+V, Barmenia, Provinzial Rheinland und Süddeutsche. Allerdings wird in der Auflistung nicht deutlich, um welche Tarife es sich dabei konkret handelt. „Es geht um alle Tarife im Bestand der dritten Schicht“, erklärte Infinma-Geschäftsführer Jörg Schulz auf procontra-Nachfrage.

Mancher Versicherer hat in der Vergangenheit seinen Zahlbeitrag erhöht. So mussten Kunden und Vermittler 2016 erleben, wie die WWK bei BU-Policen die Nettobeiträge im Bestand um bis zu 40 Prozent anhob (procontra berichtete). Auch Generali erhöhte den Beitrag um bis zu 8 Prozent für Verträge, die vor 2015 abgeschlossen worden waren (procontra berichtete).

Seite 1: Was eine neue Umfrage ans Licht bringt
Seite 2:
Wer als transparent eingestuft wird

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare