BU-Policen: Wie stabil sind die Beiträge?

Detlef Pohl Berater Top News

Stabile Beiträge sind in der BU-Versicherung ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Untersuchungen kommen dabei zu teilweise unterschiedlichen Ergebnissen. Worauf Makler bei der Produktauswahl achten sollten.

Eine steigende Zahl von BU-Fällen, etwa auch wegen frühzeitiger Demenz, kann die Kalkulation und damit die Beitragsstabilität der Anbieter gefährden.

Eine steigende Zahl von BU-Fällen, etwa auch wegen frühzeitiger Demenz, kann die Kalkulation und damit die Beitragsstabilität der Anbieter gefährden. Bild: Pixabay

Die Leistungspraxis ist in der BU-Versicherung so intransparent wie kaum in einer anderen Sparte, sagt das Analysehaus Franke und Bornberg. Der Marktbeobachtungsdienst Map-Report, der seit 2019 zu Franke und Bornberg gehört, hatte im Februar das erste „Stabilitätsrating der Berufsunfähigkeits-Versicherer“ überhaupt vorgelegt und attestierte sieben Anbietern eine hervorragende Aufstellung: Swiss Life, Allianz, Generali Deutschland, LV 1871, Ergo Vorsorge, Nürnberger und Stuttgarter (procontra berichtete).

„Erste Wahl für Kunden müsste ein BU-Versicherer sein, der langfristig durch auskömmliche Kalkulation und eine starke Finanzausstattung sicherstellen kann, dass der Zahlbeitrag und damit die Überschusssituation konstant bleibt und trotzdem eine faire Leistungsprüfung garantiert ist“, erläutert Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages damals. Auffällig in den drei untersuchten Berufsgruppen (Bankkaufmann, Maschinenbauingenieur und Tischler): Vom jeweilige Beitragsmittel aller verfügbaren BU-Prämien wichen die Beiträge in der Spitze um 50 Prozent (brutto) beziehungsweise 30 Prozent (netto) ab - deutliche Tendenzen zur Unterkalkulation.

Morgen & Morgen: Große Unterschiede bei Beiträgen

Die Freude über einen günstigen Beitrag könne schnell in eine böse Überraschung umschlagen, wenn Versicherer ihren Zahlbeitrag erhöhen müssten oder sogar Druck auf deren Regulierungspraxis entsteht. Beim kürzlichen BU-Rating des Analysehauses Morgen & Morgen (M&M) hagelte es reihenweise Bestnoten (procontra berichtete).

Beim Teil-Rating BU-Beitragsstabilität, das seit 2019 zum M&M-BU-Rating gehört, gab es nur drei Sterne für durchschnittliche Qualität der BU-Tarife von Cosmos, Generali, Gothaer, Huk-Coburg, Huk24, LVM, Süddeutsche, Sparkassen-Versicherung, VPV, VRK, Württembergische und WWK. Lediglich zwei Sterne bei der BU-Beitragsstabilität (schwach) erreichten Tarife von Mecklenburgischer sowie WGV, nur einen Stern (sehr schwach) die Itzehoer (Tarif BUZ).

Seite 1: Warum einige BU-Anbieter womöglich schlecht kalkulieren
Seite 2: Wer nachhaltig stabile BU-Beiträge offeriert

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare