Blitzeinschlag: Wo sich Überspannungsdeckung lohnt

Florian Burghardt Berater

Eine Siemens-Studie zeigt die Landkreise mit der höchsten Dichte an Blitzeinschlägen. Ein gutes Argument, um den Schutz gegen Überspannungsschäden in die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung mit aufzunehmen.

Um Laptop, Fernseher und Co. vollständig abzusichern, braucht es in der Hausratversicherung den Einschluss von Überspannungsschäden.

Um Laptop, Fernseher und Co. vollständig abzusichern, braucht es in der Hausratversicherung den Einschluss von Überspannungsschäden. Bild: Pixabay

Im vergangenen Jahr gab es rund 329.000 Blitzeinschläge in Deutschland. Das waren etwa 115.000 weniger als noch 2018. Diese Werte hat der Blitz-Informationsdienst von Siemens, kurz BLIDS, in seinem Blitz-Atlas 2019 ermittelt. Bereits seit 1991 analysiert Siemens anhand der Daten von rund 160 Messstationen in Europa die Entwicklung des Blitzaufkommens.

Nicht jeder Blitzeinschlag verursacht auch einen Schaden, wie etwa einen Brand oder auch ein kaputtes Elektrogerät. Jedoch führen mindestens zwei Drittel aller Blitze zu versicherten Schäden. Das belegt die Blitzstatistik 2019 des GDV. Dazu dürfte noch eine Dunkelziffer von Schäden kommen, für die keine Versicherung bestand.

Hier braucht es Überspannungsschutz

Zwar geht aus den verschiedenen Blitz-Statistiken nicht hervor, welche Blitzeinschläge ursächlich für Überspannungsschäden waren. Klar ist jedoch: Wo viele Blitze einschlagen, kommt es auch häufiger zu Überspannungsschäden, etwa an Fernsehern, Computern oder Küchengeräten. Sie entstehen, wenn ein Blitz beispielsweise in Strom-, Telefon- oder Antennenleitungen einschlägt. Geräte, die an diesen Leitungen hängen, kommen mit der enormen elektrischen Ladung aus dem Blitz nicht zurecht und gehen dadurch kaputt.

Die Folgen von Überspannungsschäden sind in der Regel nicht von Anfang an in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung enthalten, können aber per kostenpflichtigem Baustein eingeschlossen werden. Laut dem Blitz-Atlas empfiehlt sich das besonders im Landkreis Speyer in Rheinland-Pfalz. Dort hat es im vergangenen Jahr im Durchschnitt 3,1 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer gegeben. Auch Rostock (2,60) in Mecklenburg Vorpommern und Lübeck (2,50) in Schleswig-Holstein krachte es verhältnismäßig oft. Im bundesweiten Durchschnitt gab es pro Quadratkilometer 1,08 Blitzeinschläge im Jahr 2019.

In den übrigen Bundesländern befinden sich die Blitz-Hauptstädte (Stadt- und Landkreise) in

  • Kaufbeuren (2,40; Bayern)
  • Potsdam (2,28; Brandenburg)
  • Berlin (2,16; Berlin)
  • Bottrop (1,81; Nordrhein-Westfalen)
  • Leipzig (1,75; Sachsen)
  • Sonneberg (1,63; Thüringen)
  • Esslingen (1,59; Baden-Württemberg)
  • Harz (1,57; Sachsen-Anhalt)
  • Goslar (1,48; Niedersachsen)
  • St. Wendel (1,11; Saarland)
  • Offenbach am Main (1,04; Hessen)
  • Bremerhaven (0,57; Bremen)
  • Hamburg (0,50; Hamburg)

Eine Auswertung der Blitzdichte aller 402 deutschen Stadt- und Landkreise gibt es hier.

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