Beschert Corona dem LV-Zweitmarkt einen Boom?

Corona Versicherungen Berater Top News von Uwe Schmidt-Kasparek

Viele Verbraucher und Unternehmer stehen krisenbedingt vor einer finanziellen Durststrecke und hinterfragen ihre Lebensversicherung: kündigen oder verkaufen? Wer als Makler die sicheren und seriösen Möglichkeiten der Stornovermeidung kennt, punktet beim Kunden.

Verkaufen statt stornieren: Wer als Makler die besten Möglichkeiten der Stornovermeidung kennt, punktet beim Kunden.

Verkaufen statt stornieren: Wer als Makler die besten Möglichkeiten der Stornovermeidung kennt, punktet beim Kunden. Bild: Adobe Stock/terovesalainen

Viele Deutsche gehen derzeit an ihre Reserven und kündigen vorschnell ihre private Lebensversicherung. Wirtschaftlich sinnvoll ist das selten. Zudem ist es nicht nötig, da die Police auch extern verkauft werden kann. 

„Für 2020 rechnen wir mit deutlich über 100 Millionen Euro, die deutsche Verbraucher verschenken, weil sie ihre Lebensversicherung stornieren, statt diese auf dem Zweitmarkt zu verkaufen“, prognostiziert Efstratios Bezas, Leiter Vertrieb beim Aufkäufer Policen Direkt. Denn das Stornovolumen steige bereits erheblich. Grund sei die Corona-Krise. „Wir haben in den ersten vier Monaten schon fast so viele Anfragen bearbeitet wie im gesamten vergangenen Jahr“, so Bezas. Auch bei der Winninger AG aus Hamburg haben sich die Anfragen seit Januar gegenüber den Vorjahresmonaten verdoppelt. „Der durchschnittliche Rückkaufswert hat sich ebenfalls deutlich erhöht“, führt Anna-Katharina Strauch vom Aufkäufer Winninger aus. „Dies deutet darauf hin, dass nicht nur Privatpersonen, sondern auch Kleinunternehmer ihre Policen auf dem Zweitmarkt verkaufen.“

Partner in Life rechnet damit, dass der Bedarf der Kunden an Liquidität auch in der zweiten Jahreshälfte ansteigt. Der Aufkäufer ist einer der Großen der Branche. 2019 hat das Unternehmen ein Drittel des Volumens des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e. V. (BVZL) angekauft. Für 2019 geht Partner in Life von einem Marktvolumen von über 270 Millionen Euro aus. „Eine Policenbewertung, die Klarheit darüber bringt, ob ein Vertrag als stabil, schwach oder gar riskant eingestuft wird, kann mit wenigen Daten über unsere Homepage angefordert werden“, erläutert Pressesprecherin Susanne Maack.

Die Cash Life AG aus Berlin könnte 2020 gleich von einem doppelten Effekt profitieren: Sie hat nach einem langen Rechtsstreit mit dem Finanzamt erst 2019 den Ankauf von Lebensversicherungen wieder gestartet und die „gesamten“ Kontakte reaktiviert. „Gestiegene Anfragen konnten wir daher schon vor Corona verzeichnen“, so der Aufkäufer. Auch die Berliner gehen von einem nun boomenden Zweitmarkt aus. Gerade bei Selbstständigen, die jetzt den Einbruch des Geschäfts bewältigen müssen, sei der Verkauf von Lebensversicherungspolicen sicherlich ein wesentlicher Punkt, um kurzfristig Liquidität zu schaffen. Rund 90 Prozent des Geschäfts laufen mittlerweile online.

Provision für Vermittler

Für 2018 hatte Policen Direkt einen Verbraucherverlust von rund 80 Millionen errechnet. Immerhin wurden Policen im Wert von 12,3 Milliarden Euro storniert. Für 2019 – also vor der Pandemie – liegen noch keine konkreten Zahlen vor. Die Hochrechnungen für 2020 basieren auf der Annahme, dass lediglich 20 Prozent aller stornierten Verträge „zweitmarktfähig“ sind. Die Aufkäufer suchen die „Rosinen“ und bauen auf eine hohe Schlusszahlung. Dafür zahlen sie oft deutlich mehr als die aktuellen Rückkaufswerte.

Das Angebot eines Aufkäufers zeigt somit, dass der Vertrag sehr werthaltig ist. Vermittler müssen ihre Kunden umfassend beraten und alle Alternativen zu einer Kündigung aufzeigen. Wer als Versicherungsmakler die schnellen, sicheren und seriösen Möglichkeiten der Stornovermeidung kennt, punktet beim Kunden als Versicherungsprofi und kann sein Beratungsmandat dauerhaft festigen. Zudem lohnt sich der Aufwand. In der Regel zahlen die Aufkäufer Vermittlern eine Provision von einem Prozent der Aufkaufsumme, wenn sie einen Kunden bringen. Cash Life zahlt sogar bis zu 1,5 Prozent. Für eine Police in Höhe von 300.000 Euro würde dann eine Provision von 4.500 Euro fällig.

Seite 1: Schnelle, sichere und seriöse Möglichkeiten der Stornovermeidung
Seite 2: Diese Policen lassen sich nicht verkaufen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare