BdV-Solvenzstudie: „Fehlerhaft und intransparent“

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Vor allem den Vorwurf handwerklicher Fehler möchte Dr. Carsten Zielke auf keinen Fall auf sich sitzen lassen. Im Vergleich von Solvenzberichten sei man inzwischen führend in Europa, versicherte der ZRC-Geschäftsführer gestern in einem Statement. Zum Vergleich der reinen Solvenzquote habe er sämtliche Solvenzerleichterungen abgezogen. In diesem Jahr sei die Methodik verschärft worden, indem auch sogenannte ergänzende Eigenmittel (zum Beispiel nicht eingezahltes Grundkapital oder versprochene Nachrangdarlehen) abgezogen wurden.

Von dieser neuen Maßnahme ist unter anderem die Huk-Coburg besonders betroffen. „Die zunehmende Beliebtheit bei gleichzeitiger angespannten Zinssituation aber auch der Umstand, dass es keine Gegenpositionen weder in den Solvenz- noch in den HGB-Bilanzen der Garantiegeber gibt, hat uns veranlasst, in diesem Jahr derartiges weiches Kapital nicht mehr zu berücksichtigen. Zudem ist im Herbst letzten Jahres die juristische Frage aufgekommen, ob in einer Notsituation eine andere Sparte der Lebensversicherungsgesellschaft überhaupt Mittel zukommen lassen darf, ohne die eigenen Versicherungsnehmer zu schädigen“, erläutert Zielke die Entscheidung.

Die Nichtdarstellung dieser weichen Kapitalmasse bei den Garantiegebern könne außerdem dazu führen, dass wiederum die Solvenzsituation eben dieser Garantiegeber nicht korrekt dargestellt werde. Zu den unterschiedlichen Auswirkungen für die Lebensversicherer sagte Zielke: „Bei einigen Versicherern erhöht sich zwingenderweise die reine Solvenzquote, weil der Ausgleich über die Übergangsmaßahmen bzw. dem Volatility Adjustment dagegenlaufen.“

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