bAV: So hilft das BRSG Geringverdienern

Florian Burghardt Berater

Der GDV registriert mehr bAV-Verträge und lobt dabei das BRSG als treibende Kraft. Nicht alle sind mit dem Gesetz zufrieden. Doch staatlichen Zahlen zufolge ebnet es zunehmend Geringverdienern den Einstieg in die betriebliche Vorsorge.

Mit dem bAV-Förderbetrag hat das BRSG bei Geringverdienern offenbar voll ins Schwarze getroffen.

Mit dem bAV-Förderbetrag hat das BRSG bei Geringverdienern offenbar voll ins Schwarze getroffen. Bild: Pixabay

Die Zahlen sind nicht schlecht. Um rund 150.000 Verträge wuchs der Gesamtbestand an Verträgen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) im Jahr 2019. Damit entfallen 18,7 Prozent aller Lebensversicherungsverträge auf die bAV und sogar fast jeder vierte Beitragseuro (23,8 Prozent). Das geht aus aktuellen Analysen des GDV hervor.

Auch den maßgeblichen Treiber für diese Entwicklung benennt man beim Gesamtverband. „Die betriebliche Altersversorgung hat Wachstumspotenzial. In den letzten beiden Jahren hat besonders die Verbreitung der Direktversicherung durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz neuen Schub bekommen“, sagte GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Die Direktversicherung stellt mit 8,49 Millionen Verträgen die Mehrheit aller bAV-Verträge (16,25 Millionen). Ihr Zuwachs im Jahr 2019 (+120.000) macht fast das gesamte bAV-Wachstum aus.

Wird das Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) also den Hoffnungen gerecht, die auf ihm lasten? Immerhin wurde es vor gut zwei Jahren eingeführt, um die Verbreitung der bAV maßgeblich voranzutreiben. Vor allem die immer noch sehr geringe Verbreitung des Sozialpartnermodells als weiterer Durchführungsweg sorgt anhaltend für Kritik.

50.000 Arbeitgeber nutzen Förderbetrag

Doch ein Kernaspekt des BRSG ist es auch, mehr Geringverdienern Zugang zur bAV zu ermöglichen. Gerade von diesen war in der Vergangenheit immer wieder zu hören, dass sie eine bAV zwar gut fänden, ihnen aber das Geld für die monatlichen Beiträge fehle.

Dieses Problem lindern sollte der Förderbetrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttolohn unter 2.200 Euro. Den Betrag, den Arbeitgeber für sie jährlich an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung zahlen, bezuschusst der Staat mit 30 Prozent.

Laut dem Statistischen Bundesamt haben diese Förderung im Jahr 2018 knapp 50.000 Arbeitgeber in Deutschland für 680.000 ihrer Beschäftigten erhalten. Das waren insgesamt 67 Millionen Euro. In den meisten Fällen wurden damit bAV-Verträge innerhalb großer Unternehmen (über 250 Beschäftigte) bezuschusst (2.440 von rund 22.800 Großbetrieben in Deutschland). Bei den Kleinstunternehmen mit unter 10 Festangestellten nutzten nur 1,7 Prozent der rund 1,4 Millionen Betriebe den Förderbetrag. Im Durchschnitt aller Unternehmen wurde ein Zuschuss in Höhe von 93 Euro pro Arbeitnehmerin beziehungsweise Arbeitnehmer gewährt.

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