5 LV-Leistungsfälle: Versichert oder nicht?

Florian Burghardt Berater Top News

Wenn der Lebensversicherer die Leistung ablehnt, wird oftmals der Ombudsmann eingeschaltet. Welche Lösungen er zuletzt bei Riester-Renten, Sterbegeldversicherungen und anderen Verträgen fand, zeigen einige Beispielfälle.

Führt eine schonendere Behandlungsmethode zum Leistungsausschluss bei einer Dread-Disease-Police? Und wann gilt das Bezugsrecht von LV-Leistungen auch für Ex-Partner? Diese und andere Fragen hat der Ombudsmann beantwortet.

Führt eine schonendere Behandlungsmethode zum Leistungsausschluss bei einer Dread-Disease-Police? Und wann gilt das Bezugsrecht von LV-Leistungen auch für Ex-Partner? Diese und andere Fragen hat der Ombudsmann beantwortet. Bild: Pixabay

Wenn der Versicherer nicht leisten möchte, wenden sich viele Kunden an den Versicherungsombudsmann. Bis zu einem Betrag von 10.000 Euro darf er das Versicherungsunternehmen zur Leistung verpflichten, sofern er davon ausgeht, dass ein Rechtsstreit ebenfalls zur Deckungszusage geführt hätte. Darüber hinaus kann er bis zu einem Wert von 100.000 Euro eine Empfehlung zur Regulierung aussprechen.

Dabei bekommt die Schlichtungsstelle nicht nur Schadenfälle aus der Hausrat-, Haftpflicht- oder Wohngebäudeversicherung auf den Tisch, sondern auch abgelehnte Leistungsanträge aus der Lebensversicherung. Diese kann viele Bereiche betreffen, beispielsweise die Riester-Rente, die Dread-Disease- oder die Sterbegeldversicherung.

Eine Reihe von Beispielen, in denen der Ombudsmann zu einer Lösung zwischen Versicherungsnehmer und Lebensversichere beigetragen hat, haben wir in der untenstehenden Bilderstrecke zusammenstellt.

5 LV-Leistungsfragen: Wie hätten Sie entschieden?

Dread-Disease-Versicherung
Eine Frau sollte nach einer Chemotherapie eine Stammzellentransplantation erhalten. Ihre Krankheit in Kombination mit der Notwendigkeit einer Stammzellenspende löste nach ihrem Verständnis die Leistung aus ihrer Dread-Disease-Police aus. Doch der Lebensversicherer wollte nicht leisten. Die schon etwas älteren Bedingungen der Frau würden nur die klassische Knochenmarktransplantation beinhalten, aber nicht die bei ihr angewandte, für den Spender schonendere periphere Blutstammzellspende. Allerdings hat diese Methode die Knochenmarkspende weitgehend abgelöst und kommt zum selben Ergebnis. In den neueren Bedingungen des Versicherers wurde diese Entwicklung auch bereits berücksichtigt. Der Ombudsmann regte deshalb die Überlegung an, ob Nachfolger früherer Behandlungsmethoden nicht automatisch unter den Versicherungsschutz fallen. Zudem komme aus seiner Sicht aufgrund des medizinischen Fortschritts auch eine gesetzliche Pflicht zur Vertragsänderung in Frage (§ 313 I BGB), da man davon ausgehen müsse, dass die Frau die Police so nicht abgeschlossen hätte. Schließlich versichere diese eine Leistung, die quasi nicht mehr angeboten wird. Zu berücksichtigen war auch, dass die periphere Blutstammzellspende lediglich den nicht versicherten Spender schont. Für den Versicherten dürften sich dagegen keine Unterschiede ergeben. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen lenkte der Versicherer ein und erbrachte die volle Leistung. Bild: Pixabay