34f: Bislang nur wenig Erlaubnisabgaben

Florian Burghardt Berater Investmentfonds

Im zweiten Quartal 2020 ist die Anzahl der Finanzanlagenvermittler leicht gesunken. Das könnte sich aber bald dramatisch ändern. Auch bei den Vermittlern nach § 34i und § 34h gibt es Entwicklungen.

Seit Jahresanfang geht die Zahl der registrierten Finanzanlagenvermittler langsam zurück. Die Ruhe vor dem BaFin-Sturm?

Seit Jahresanfang geht die Zahl der registrierten Finanzanlagenvermittler langsam zurück. Die Ruhe vor dem BaFin-Sturm? Bild: Pixabay

Noch hat die Tätigkeit als Finanzanlagenvermittler gemäß § 34f GewO keinen Abbruch an Beliebtheit erlitten. Zumindest keinen außergewöhnlichen. Auf 37.871 sank im zweiten Quartal 2020 die Zahl der Eintragungen im Online-Register des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Das waren gerade einmal 69 weniger als vor drei Monaten.

Jedoch könnte sich ihre Anzahl schon bald dramatisch reduzieren. Schließlich steht schon seit Längerem eine Übertragung der Aufsicht über die 34f-Vermittler von den IHKs und Gewerbeämtern hin zur BaFin auf der To Do-Liste der Großen Koalition. Aufgrund dieser Maßnahme befürchten Vermittlerverbände aber eine enorme Steigerung der Aufsichtsgebühren. Umfragen belegen, dass im Zuge dessen gut die Hälfte der Finanzanlagenvermittler ihre Erlaubnis abgeben würden. Das wären etwa 18.000. Unter anderem von Seiten der CDU/CSU wird deshalb eine deutliche Einschränkung des Finanzberatungsangebots für Verbraucher befürchtet.

Zuletzt haben die Betroffenen ein wenig Hoffnung geschöpft. Der Wirecard-Skandal habe gezeigt, dass sich die BaFin eventuell erst reformieren müsse, bevor sie weitere Aufgaben übernehmen könne. Zudem wird der notwendige Beschluss im Bundestag nicht mehr vor der politischen Sommerpause erfolgen. Die geplante Umsetzung des Aufsichtswechsels per 01.01.2021 wird damit aller Voraussicht nach nicht zu halten sein.

Die Trends bei § 34i und § 34h

Neben den Finanzanlagenvermittlern hat der DIHK auch aktuelle Zahlen zu anderen Vermittlertypen veröffentlicht. Zum Stand 01.07.2020 waren 53.746 Immobiliardarlehensvermittler (§ 34i GewO) registriert (271 mehr als im April). Von ihnen sind 674 als Honorar-Immobiliardarlehensberater aktiv.

Eine weiterhin sehr kleine Gruppe bleiben die Honorar-Finanzanlagenberater (§ 34h GewO). Ihre Anzahl ging im letzten Quartal um 9 Einträge auf noch 202 zurück.

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