Wie Makler am Oldtimer-Boom teilhaben können

Martin Thaler Berater

Die Zahl der Oldtimerbesitzer steigt und steigt – dennoch versichern die meisten Besitzer ihre Schmuckstücke konventionell. Spezielle Oldtimer-Versicherungen bieten hingegen einige Vorteile, auch für den fachkundigen Makler.

Trabant

In Deutschland gibt es immer mehr Oldtimer, diese werden zumeist jedoch konventionell abgesichert, wie eine neue Umfrage zeigt. Bild: Adobe Stock/ Jörg Hüttenhölscher

Die Zahl der Oldtimer in Deutschland wächst immer weiter: Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren zu Beginn des Jahres insgesamt 595.046 Oldtimer zugelassen – das sind noch einmal 10,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Als Oldtimer gelten Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sind, dem Originalzustand entsprechen und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.

Seit Jahren erfreuen sich Käfer, Borgward und Isetta steigender Beliebtheit. Seit 2010 hat sich ihr Bestand beinahe verdreifacht – auch weil viele „Alltagsautos“ aus den 1970er- und 1980er-Jahren, wie Opel Kadett oder der Golf 1, mittlerweile das entsprechende Alter erreicht haben und damals in großen Stückzahlen produziert wurden.  

Obwohl Old- oder auch Youngtimer (Alter: 20 – 30 Jahre) günstiger über spezielle Oldtimer-Versicherungen abgesichert werden können, hat die Mehrheit der Oldtimer-Besitzer ihr Liebhaberstück weiterhin über eine normale Kfz-Versicherung abgesichert. Dies ergab eine Umfrage des Versicherers Hiscox unter 304 Oldtimer-Besitzern. Nur 35 Prozent der Besitzer gaben an, ihr Fahrzeug über einen speziellen Oldtimer-Tarif abgesichert zu haben, elf Prozent erklärten, überhaupt keinen Versicherungsschutz zu besitzen.  

Gerade hier bietet sich für Makler, die das entsprechende Fachwissen mitbringen, ein wachsendes Potenzial. Denn mit einer speziellen Oldtimer-Versicherung verhelfen sie ihren Kunden zu einen, Geld zu sparen: Oldtimer-Versicherungen sind in der Regel wesentlich günstiger als normale Kfz-Versicherungen, zumal gibt es hier keine Schadensfreiheitsklassen – selbst im Unfall riskiert der Fahrer somit nicht, zurückgestuft zu werden und später mehr zahlen zu müssen.  

Unterschied im Schadensfall

Ein wesentlicher Unterschied besteht zudem im Schadensfall: In der Alltagsversicherung à la Schwacke-Liste ist das Auto bekanntlich mit zunehmender Nutzungsdauer immer weniger wert. Die Oldtimer-Versicherung stellt dagegen darauf ab, was das Fahrzeug bei einem Verkauf auf dem freien Markt erzielen würde. Für Besitzer ist das angesichts steigender Preise für Oldtimer besonders interessant: Seit 1999 legte der vom Verband der Automobilindustrie aufgelegte Oldtimer-Index um über 150 Prozent zu.  

Laut Hiscox-Umfrage musste auch bereits jeder zweite Befragte einen Schaden an seinem „Liebling“ ertragen: Die häufigste Schadenursache war hierbei der Lackschaden (24 Prozent), gefolgt von Blechschäden (15 Prozent) und Glasbruch (13 Prozent). Schäden, die schnell ins Geld gehen. So trat bei einem Drittel der Befragten ein Schaden zwischen 2.000 und 5.000 Euro auf, bei knapp einem Viertel betrug dieser sogar mehr als 5.000 Euro.  

„Makler können die aktuellen Zahlen der Hiscox-Umfrage nutzen, um mit ihren Kunden ins Gespräch zu kommen und gemeinsam die passende Absicherung für die Liebhaberstücke zu finden. Auch wenn wir diese Saison voraussichtlich auf große Events- und Messen verzichten müssen, können sich Oldtimer-Besitzer zumindest auf zahlreiche Sommerausfahrten mit der Familie freuen“, erklärte Rainer Peukert, Partnership Manager Classic Cars bei Hiscox.  

Bei vielen Versicherern ist ein offizieller Oldtimer-Status übrigens nicht notwendig, um eine spezielle Oldtimer-Versicherung abzuschließen. Häufig ist dies bereits bei einem Fahrzeugalter von 20 Jahren und gutem Zustand möglich. Voraussetzung ist jedoch, dass der Wagen nicht als Alltagsfahrzeug dient – zudem ist meist die Jahresfahrtleistung begrenzt.  

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