Wie ein Pandemiefonds der Versicherer aussehen könnte

Martin Thaler Versicherungen Top News

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind enorm. Die Versicherer können diese allein nicht mehr versichern und schlagen einen Pandemiefonds vor. Zwei Modelle sind aus Sicht der Versicherer hierfür denkbar.

Die Versicherungswirtschaft schlägt zur finanziellen Absicherung zukünftiger Pandemie-Ereignisse die Schaffung eines Pandemiefonds vor.

Die Versicherungswirtschaft schlägt zur finanziellen Absicherung zukünftiger Pandemie-Ereignisse die Schaffung eines Pandemiefonds vor. Bild: Adobe Stock / Blue Planet Studio

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind massiv – so groß, dass sie aus Sicht des Deutschen Versicherungswirtschaft nicht mehr privatwirtschaftlich zu versichern sind. Anders als im normalen Versicherungsgeschäft gebe es im Pandemiefall keinen Risikoausgleich, da alle gleichzeitig betroffen seien, erklärte GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Um Im Fall einer erneuten Pandemie dennoch für einen ausreichenden Versicherungsschutz sorgen zu können, machen sich die Versicherer nun für einen privat-staatlichen Schutzschirm stark. Ein entsprechendes Diskussionspapier legte nun der GDV vor.

„Wir wollen die Diskussion über ein System anstoßen, dass die wirtschaftlichen Folgen künftiger Infektionswellen abmildern und staatliche Ad-hoc-Hilfen teilweise ersetzen könnte“, erklärte GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen.  

Der Vorschlag der Versicherer sieht die Schaffung einer rechtlichen eigenständigen Gesellschaft vor, die  Kapital für künftige Risiken einsammelt. Um im Pandemiefall auch einen spürbaren Beitrag leisten zu können, müsste der Schutzschirm zumindest über einen Kapitalstock in niedriger zweistelliger Milliardenhöhe verfügen. „Dies würde im Fall einer regional begrenzten Epidemie ggf. ausreichende Leistungen für die Betriebe ermöglichen. Im Pandemiefall könnte zumindest ein klar umrissener Zeitraum überbrückt werden, um der Politik Raum für Analysen und Entscheidungen zu geben“, heißt es im Diskussionspapier.  

Zwei Modelle bieten sich aus Sicht des GDV hierfür an:  

  • Modell A: Eine Kapitalsammelstelle, die über die Zeit mit pauschalierten Abgaben einen Kapitalstock aufbaut und bei einer Infektionswelle (weitgehend pauschalierte) Leistungen auszahlt. Die Größte des Kapitalstocks ist dabei abhängig von der Frage, wieviel Tage/ Wochen das System Leistungen erbringen könnte, bevor die Reserven erschöpft sind.  
  • Modell B: Ein stärker risikoorientiertes, von der Wahrscheinlichkeit eines Schadeneintritts geprägtes System, in dem die Unternehmen auf einen festgelegten Zielschaden einzahlen, den sie ersetzt bekommen wollen. Jedes Unternehmen legt folglich selber fest, welche Leistungen er im Pandemiefall erhalten möchte und zahlt die entsprechenden Beiträge.

Seite 1: Versicherer schlagen zwei Modelle für Pandemiefonds vor
Seite 2: Wann wird an wen gezahlt?

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