Wie die Verbreitung der Elementarversicherung gesteigert werden kann

Martin Thaler Berater Corona Versicherungen Top News

Noch immer hat über die Hälfte der deutschen Immobilienbesitzer keinen Elementarschutz. Über die verschiedenen Möglichkeiten zur Verbreitungssteigerung, die Herausforderungen in der Wohngebäudeversicherung und die Auswirkungen der Corona-Krise sprach procontra mit Dr. Matthias Salge, Vorsitzender der Grundeigentümer-Versicherung.

Dr. Matthias Salge

Zeigt sich zuversichtlich, dass die Schadensentwicklung in diesem Jahr positiv verlaufen wird: Dr. Matthias Salge, Vorstandsvorsitzender der Grundeigentümer-Versicherung. Bild: GEV

procontra: Wie ist die GEV bislang durch die Corona-Krise gekommen?  

Dr. Matthias Salge: Auf der versicherungstechnischen Seite sind wir in der GEV bisher sehr gut durch die Krise gekommen. Das Neugeschäft läuft auf sehr gutem Niveau und der Schadenaufwand entwickelt sich – abgesehen vom Sturm Sabine Anfang des Jahres – recht ruhig. Allein die Kapitalanlagen haben natürlich durch die Lage an den Kapitalmärkten gelitten. Aber auch hier ist aktuell ja eine kleine Entspannung zu sehen.

procontra: Durch die Corona-Krise haben sich auch die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten vieler Deutscher verändert. Wie hat sich das auf die Schadensentwicklung ausgewirkt?    

Salge: In der Tat ist die Schadenentwicklung bisher sehr erfreulich. Insbesondere die Anzahl von Haftpflicht- und Fahrraddiebstahlschäden hat spürbar abgenommen. Einen Rückgang der Einbruchdiebstahlfälle sehen wir hingegen nicht. Die Corona-Krise hat im März begonnen. Da war die Saison für Wohnungseinbrüche durch die längeren hellen Tagesphasen schon vorbei. Traditionell hat der Einbruchdiebstahl eher im Winter Hochkonjunktur.  

procontra: Und in der Wohngebäudeversicherung?  

Salge: In der Wohngebäudeversicherung ist der Schadenverlauf bis auf die Schäden aufgrund des Sturms Sabine zu Beginn des Jahres eher ruhig, aber es ist kein durch Corona wahrnehmbarer deutlicher Rückgang z.B. der Leitungswasserschäden zu bemerken. Natürlich stehen uns noch einige Monate bevor. So können uns gern im Sommer noch Starkregenereignisse oder im Herbst das ein oder andere Sturmereignis ereilen. Grundsätzlich sind wir aber zuversichtlich, dass die Schadenentwicklung in diesem Jahr ganz gut verläuft.  

procontra: Thema Elementarversicherung: Sind die Menschen derzeit überhaupt für Themen wie den Klimawandel und eine erhöhte Gefahr durch Naturgefahren empfänglich?  

Salge: Grundsätzlich ja, wir sprechen das Thema Elementar in jeder Beratung an, da es sich hier ja nicht nur um Überschwemmungsrisiken, sondern auch um Starkregenereignisse geht, und diese nehmen in jüngster Zeit immer mehr zu. Aktuell schließen bei uns knapp 60 Prozent eine Elementarversicherung ab. Marktweit beläuft sich laut GDV die Durchdringung mit Elementarversicherungen auf 45 Prozent. Die Kunden sind grundsätzlich aber auch von sich aus sensibilisiert, insbesondere durch die Medien oder entsprechende Schadenereignisse wie der Starkregen der letzten Sommer. Es gibt aber auch Kunden, die im Hinblick auf die Absicherung ihrer Immobilie risikofreudiger sind und eher ein preislich schlankes Angebot schätzen. Hier gilt es, dies im Beratungsprotokoll entsprechend zu vermerken.  

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