Versicherer sind in Deutschland beliebter als gedacht

Anne Hünninghaus Berater Versicherungen

Am Sonntag ist internationaler "Tag der Versicherung". Eine aktuelle Umfrage beleuchtet zu diesem Anlass, wie die Deutschen zur Branche stehen – und welche Rolle gute Beratung spielt.

81 Prozent der Deutschen sind mit ihrem Versicherer zufrieden.

81 Prozent der Deutschen sind mit ihrem Versicherer zufrieden. Bild: Adobe Stock/Thaut Images

81 Prozent der Deutschen sind mit ihrem Versicherer zufrieden. Das ist das für die Branche erfreuliche Ergebnis einer Umfrage, die der digitale Versicherungsmanagers Clark gemeinsam mit dem Befragungsinstitut Yougov vorgenommen hat. Vier von fünf der 1.021 in der ersten Maihälfte repräsentativ Befragten hatte schon mindestens einmal einen Schadenfall – und für den Großteil von ihnen war dessen Abwicklung eine positive Erfahrung. Auch für das Prozedere rund um Vertragsabschlüsse und die sonstige Kommunikation gab es laut Clark überwiegend gute Noten vonseiten der Kunden.

Das vermag zu überraschen. Gerade zuletzt bangte die Branche nicht ohne Grund um ihre Reputation: Die vielfachen Diskussionen zum Thema Betriebsschließungsversicherungen zogen den Unmut von Kunden aus der Gastronomie und teils bissige Satire nach sich und boten auch der breiten Öffentlichkeit ein eher negatives Bild.  

Einschätzungen zum eigenen Bedarf sind oft irrational

Der Erkenntnis, welche Rolle eine gute Absicherung für das eigene Leben spielt, schaden diese Image-Schwankungen offenbar kaum. 71 Prozent der für die Studie Befragten halten Versicherungen allgemein für sehr wichtig. Die bundesweit verbreitetsten Policen sind dabei die Privathaftpflichtversicherung, über die 63 Prozent der Deutschen verfügen, gleichauf mit der Kfz-Versicherung. Es folgen Hausratversicherung (58 Prozent) und Rechtsschutzversicherung (37 Prozent).

Für welche Versicherungen sich die Deutschen entscheiden, hängt maßgeblich von ihrer Einschätzung potenzieller Risiken ab: 59 Prozent der Befragten schützen sich vor allem gegen Schäden, deren Eintritt sie für sich selbst als wahrscheinlich erachten. Eine Rechnung, die nicht immer aufgeht. „Viele Verbraucher mutmaßen beispielsweise, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Feuer ihr Hab und Gut verschlingen könnte. Mindestens genauso wichtig wäre aber die Frage: Könnten wir den Neukauf des gesamten Hausrats aus eigener Tasche bezahlen?“, so der Einwand der Studienautoren.

Gerade die junge Generation ist auf Beratung angewiesen

Vor allem die jüngere Generation lässt sich maßgeblich von Eltern und Freunden beeinflussen: 64 Prozent der 18- bis 24-Jährigen schließen Versicherungen auf deren Empfehlung hin ab. Eine gute Nachricht für Makler und Berater: Der Studie zufolge spielt ihr Rat auch bei den Jüngeren noch eine Rolle. 14 Prozent der Befragten geben diesen als Grund für den Abschluss ihrer Versicherungen an.

Dass professionelle Beratung gefragt ist, mag auch daran liegen, dass sich unter den Versicherten zwischen 25 und 45 Jahren nur jeder Vierte in Versicherungsbelangen gute Kenntnisse zutraut. Unter den Älteren herrscht hier mit mehr als 50 Prozent ein deutlich größeres Selbstvertrauen. Angesichts der Tatsache, dass sich für den Abschluss vieler Tarife gerade der frühe bis mittlere Lebensabschnitt am besten eignet, ist Beratung also dringend geboten.

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