Vereinbarte BU-Renten steigen, jedoch nicht genug

Martin Thaler Berater

Die vereinbarten BU-Renten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, doch noch immer gibt es bei der Rentenhöhe Optimierungsbedarf. Bei der Bestimmung der Rentenhöhe sollten Kunden einige Punkte beachten.

Wer eine zu geringe BU-Rente vereinbart, ist im Ernstfall der Leidtragende.

Wer eine zu geringe BU-Rente vereinbart, ist im Ernstfall der Leidtragende. Bild: Adobe Stock / JackF

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten sich Kunden genau überlegen, wie hoch ihre etwaige Berufsunfähigkeitsrente ausfallen soll. Schließlich muss   Laut neuen Zahlen des Versichererverbands GDV schließen die Kunden mittlerweile Berufsunfähigkeitsversicherungen mit immer höheren Leistungen ab. Wiesen 2009 erst 35 Prozent aller ausgewerteten Verträge eine versicherte Barrente von jährlich mehr als 10.000 Euro aus, betrug der Anteil 2018 bereits 49 Prozent. Ausgewertet wurden dabei Versicherungsunternehmen, die zusammen auf einen Marktanteil von 38 Prozent kommen.  

„Die Zahlen unterstreichen das wachsende Bewusstsein der Menschen dafür, ihre Arbeitskraft abzusichern“, deutete GDV-Geschäftsführer Peter Schwark die aktuellen Zahlen und verwies auf das hohe statistische Risiko einer Berufsunfähigkeit. Laut Statistik ist jeder vierte Arbeitnehmer in seinem Leben hiervon betroffen. „Berufsunfähigkeit kann jeden treffen“, verdeutlichte Schwark.  

Doch trotz steigender Zahlen fällt das Ergebnis immer noch ernüchternd aus. Rechnet man die 10.000 Euro Rente auf das gesamte Jahr um, ergeben sich hieraus monatlich gerade einmal 833 Euro – ein Betrag, von der in vielen Teilen Deutschland nicht einmal die Miete gezahlt werden kann.  

Das Analysehaus Morgen & Morgen war in seinem Berufsunfähigkeits-Rating Anfang Mai auf eine durchschnittliche BU-Rente in Höhe von immerhin 950 Euro. Zwar stieg die Rentenhöhe im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent, doch noch immer besteht hinsichtlich der Rentenhöhe deutliches Verbesserungspotenzial. „Optimierungsfähig bleibt die durchschnittlich versicherte BU-Rente von 950 Euro. Es ist natürlich erfreulich, dass die versicherte Rente um 3,3 Prozent gestiegen ist, dennoch ist das bei Betrachtung der Inflation und der steigenden Lebenserhaltungskosten immer noch zu wenig“, kommentierte Morgen&Morgen-Geschäftsführer Pascal Schiffels das Ergebnis.  

Wie hoch die vereinbarte BU-Rente ausfallen sollte, ist natürlich von der jeweiligen Lebenssituation des Versicherungsnehmers abhängig. Die BU-Rente sollte jedoch so hoch sein, dass ihre Empfänger davon leben können, ohne Sozialhilfe beziehen zu müssen. Experten raten davon ab, eine BU-Rente von unter 1.000 Euro zu vereinbaren.  

Eine Ausnahme bilden hier Schüler und Studenten, bei denen viele Versicherer die BU-Renten auf 750 bis 1.000 Euro begrenzen. Entsprechend wichtig ist es hierbei, auf Nachversicherungsgarantien in den Verträgen zu achten, mit denen nach Berufsergreifung die Absicherungsleistung erhöht werden kann.  

Allgemein gilt es bei der Festlegung der Rentenhöhe zudem zu bedenken, dass auf den Ertragsteil der BU-Renten Steuern zu zahlen sind. Wer zudem freiwillig in der Gesetzlichen Krankenversicherung ist, musst darüber hinaus auch Krankenkassenbeiträge zahlen.

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