Schaden/Unfall: In diesen Sparten sinkt die Chance auf Neugeschäft

Florian Burghardt Versicherungen Top News

Die Corona-Krise macht auch vor der Schaden-/Unfall-Versicherung nicht Halt. Wie sich das in diesem und im nächsten Jahr auf die Höhe der Prämien und das Vertriebspotenzial in den einzelnen Sparten auswirken wird, prognostiziert die Ratingagentur Assekurata.

Prognostizieren in Folge der Corona-Krise in fast allen Schaden-/Unfall-Sparten sinkendes Neugeschäft: Dr. Reiner Will und sein Team von der Ratingagentur Assekurata.

Prognostizieren in Folge der Corona-Krise in fast allen Schaden-/Unfall-Sparten sinkendes Neugeschäft: Dr. Reiner Will und sein Team von der Ratingagentur Assekurata. Bild: Assekurata

Seit dem Jahr 2010 hat sich die Schaden-/Unfallversicherung aus Sicht der Anbieter prächtig entwickelt. Mit 72,9 Milliarden Euro machte sie im vergangenen Jahr 33,8 Prozent der eingenommenen Beiträge in der Erstversicherung aus. Ein, über die Jahre, nahezu konstantes Wachstum um 9,2 Prozent. Zum Vergleich: Die Lebensversicherung ist seitdem um 6,0 Prozent geschrumpft, die private Krankenversicherung nur leicht gewachsen (1,3 Prozent).

Doch nun ist die Corona-Krise da und wird das wachsende Schaden-Unfall-Geschäft noch eine Weile in die Mangel nehmen. So lautet, grob zusammengefasst, die Einschätzung der Assekurata Ratingagentur, die heute ihren Marktausblick für 2020/2021 vorgestellt hat. So rechnen die Kölner Analysten zwar nicht mit einem Prämienrückgang, etwa durch eine Welle von Vertragskündigungen. Durch sinkendes Neugeschäft in nahezu allen Sparten dürften die Beitragseinnahmen in 2020 aber deutlich geringer ansteigen (Schätzung: +0,85 Milliarden Euro) als in den letzten 8 Jahren (im Durchschnitt etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr).

Ausmaß und Zeitpunkt der wirtschaftlichen Erholung seien nicht seriös abschätzbar, hieß es dazu heute auf einer Webkonferenz der Ratingagentur. In einem Best Case-Szenario geht man bei Assekurata davon aus, dass die Wirtschaft bereits zum Ende des dritten Quartals 2020 auf den bisherigen Wachstumspfad zurückkehren wird. Im Worst Case-Szenario sei hingegen mit einer langanhaltenden Rezession zu rechnen.

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