Riester zurück im Abwärtstrend

Florian Burghardt Berater

Nach einem kurzzeitigen Aufwind ist der Gesamtbestand an Riester-Verträgen im ersten Quartal 2020 wieder gesunken. Alle vier Produktarten verloren. Aus Berlin gibt es weiter keine neue Strategie, trotz konkreter Forderungen von Experten.

Nach einem kurzzeitigen Aufbäumen rutschte der Gesamtbestand an Riester-Verträgen im ersten Quartal 2020 weiter ab.

Nach einem kurzzeitigen Aufbäumen rutschte der Gesamtbestand an Riester-Verträgen im ersten Quartal 2020 weiter ab. Bild: Pixabay

Der Gesamtbestand an Riester-Verträgen schrumpft wieder. Nachdem die staatlich geförderte Altersvorsorge im viertel Quartal 2019 nach langer Zeit einmal wieder mit steigenden Zahlen aufwarten konnte (+22.000 Verträge), ging es im ersten Quartal 2020 umso schneller wieder nach unten (-52.000 Verträge). Das geht aus der aktuellen Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervor.

Ende März 2020 betrug die Gesamtzahl der Verträge 16,478 Millionen. In alter Manier rauschten dabei die Versicherungsverträge, absolut betrachtet, am deutlichsten in den Keller. Ihre Anzahl ging in drei Monaten um 28.000 auf 10,744 Millionen zurück.

Minus machten auch die anderen drei Produktarten: Riester-Banksparverträge gingen um rund 10.000 zurück (auf noch 617.000), Investmentfondsverträge um 6.000 (auf noch 3,307 Millionen) und der eigentlich konstante Wachstumsbereich Wohn-Riester verlor 7.000 (jetzt noch 1,811 Millionen).

 

JahrVers.vertr. (in Tausend)Banksp.vertr. (in Tausend)Investmentf.vertr. (in Tausend)Wohn-Riester (in Tausend)Gesamt (in Tausend)
201211.0237812.98995315.746
201311.0138053.0271.15416.000
201411.0308143.0711.37716.293
201510.9968043.1251.56416.489
201610.9317743.1741.69116.570
201710.8817263.2331.76716.607
201810.8276763.2881.81016.600
201910.7726273.3131.81816.530
I/202010.7446173.3071.81116.478

 

 

In Zukunft kaum noch zu stemmen

Eine Verlangsamung des Neugeschäfts ist bei der Riester-Rente schon seit rund 10 Jahren zu beobachten. Im Jahr 2018 musste man dann auch erstmals einen rückläufigen Gesamtbestand vermelden. Infolgedessen ziehen sich auch vermehrt Lebensversicherer aus der Riester-Rente zurück und zeichnen kein Neugeschäft mehr, zuletzt die Debeka.

Um Riester wieder flott zu machen, sind schon seit Jahren entweder eine Reform oder die Einführung eines Standardprodukts im Gespräch. Von der Corona-Krise etwas ausgebremst, laufen in Berlin derzeit weiter konkrete Planungen zwischen Politik, Versicherungswirtschaft und Verbraucherschützern. Handfeste Infos sind bislang kaum zu vernehmen, dabei fordern unter anderem die Aktuare eine Anpassung an die seit langem anhaltende Niedrigzinsphase: Die vom Gesetzgeber verlangte vollständige Garantie der eingezahlten Beiträge inklusive der erhaltenen Zulagen, wird ein Zukunft kaum noch zu stemmen sein.

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