Rating: Bei diesen PKV-Anbietern sind die Beiträge am stabilsten

Anne Hünninghaus Berater Versicherungen PKV

Das Analysehaus Morgen & Morgen hat zum dritten Mal die Unisex-Tarife in der PKV auf Beitragsstabilität hin überprüft. Die Steigerungen fallen glimpflich aus.

Um durchschnittlich 1,77 Prozent wurden die PKV-Tarife 2020 angepasst.

Um durchschnittlich 1,77 Prozent wurden die PKV-Tarife 2020 angepasst. Bild: Adobe Stock/khosrork

Die Beitragsanpassungen in der PKV sorgen immer wieder für Wirbel. Während sich die Gerichte zuletzt mit dem sogenannten Treuhänder-Fall und nun mit unzureichenden Begründungen für vorgenommene Beitragsanpassungen befassten, sorgen sich viele Kunden um mögliche Beitragsanpassungen im Alter. Befürchtungen vor hohen Beitragssteigerungen sind für viele Kunden ein handfester Hinderungsgrund beim Abschluss einer PKV.

Im vergangenen Jahr wurden die PKV-Tarife um durchschnittlich 1,77 Prozent angepasst – ein Plus von 0,09 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Dies ergibt sich aus dem aktuellen „M&M Rating PKV Beitragsstabilität“, in dem das Analysehaus Morgen & Morgen zum dritten Mal die Unisex-Tarife in der PKV auf Beitragsstabilität hin überprüft hat.

Gründe für die Erhöhungen

Hierfür wurden insgesamt 916 Tarifkombinationen von insgesamt 29 Versicherern analysiert, die mindestens seit fünf Jahren am Markt sind. Kunden und Maklern soll auf diese Weise ein gewisses Maß an Orientierung geboten werden. „Aus der Vergangenheit lässt sich nicht ohne weiteres in die Zukunft extrapolieren”, konstatierte Morgen & Morgen-Geschäftsführer Pascal Schiffels. Dennoch könne ein Blick darauf relevant sein, wenn es darum geht, sich für oder gegen einen Tarif zu entscheiden.

Auch in den kommenden Jahren rechnet Schiffels weiter mit Beitragsanpassungen. Gründe hierfür sind unter anderem die weiter steigende Lebenserwartung sowie der Einsatz neuer Methoden, Medikamente und Technologien in der Medizin. Allerdings sei das Anpassungsniveau noch vergleichsweise niedrig: „Vor der Umstellung auf Unisex-Tarife lag 2012 das Anpassungsniveau noch bei durchschnittlich knapp fünf Prozent. Die jetzige Anpassung ist also immer noch verhältnismäßig“, bemerkte Schiffels.

266 Tarife mit Bestnote 

Basierend auf der Auswertung ist der Markt in der PKV mehrheitlich „sehr gut“ oder gar „ausgezeichnet“ aufgestellt. An 266 Tarifkombinationen vergab das Analysehaus die Höchstnote in Form von fünf Sternen – im vergangenen Jahr waren 245 Tarife mit der höchsten Auszeichnung bedacht worden. Eine Vier-Sterne-Bewertung erhielten 278 Tarife, 2919 waren es mit 325 deutlich mehr gewesen. Auch die Zahl der Tarife, die mit drei Sternen im Mittelfeld landeten, sank gegenüber dem Vorjahr von 234 auf 216. Mit nur einem oder zwei Sternen bedacht wurden in diesem Jahr deutlich mehr Tarife.

Im Rating werden für die Tarifbausteine ambulant, stationär und Zahn die Neugeschäftsprämien für die jeweils vergangenen fünf Jahre herangezogen. Die Monatsbeiträge werden auf das Jahr umgerechnet und Anpassungen der Selbstbehalte berücksichtigt. Eine gute Bewertung innerhalb von fünf Ratingkategorien ergibt sich, wenn sowohl der Mittelwert als auch die Streuung der durchschnittlichen Beitragssteigerung gering ist.

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