Partner gesucht: Diese Start-ups wollen die Versicherungsbranche erobern

Anne Hünninghaus Digital Versicherungen Top News

Auf dem Demo Day des Insurtech Hub München buhlten Digitalanbieter mit kreativen Ideen um die Gunst von Investoren und Versicherern. Welche Innovationen haben sie zu bieten?

13 Start-ups sind auf der Suche nach Investoren und Versicherern.

13 Start-ups sind auf der Suche nach bindungswilligen Investoren und Versicherern. Bild: Adobe Stock/sonne_fleckl

Etablierte Strukturen und große Datenmengen einerseits, innovative Technologien und Digital-Knowhow auf der anderen Seite: Die Stärken von traditionellen Versicherungen und Start-ups zu vereinen, gilt zurecht als ideales Konzept. Zu dieser Symbiose regte auch Investor Carsten Maschmeyer auf dem gestrigen Demo Day des Insurtech Hub München (ITHM) an. Aufgrund der Corona-Krise fand die Veranstaltung in diesem Jahr rein virtuell statt.

13 junge Unternehmen präsentierten sich auf der Abschlussveranstaltung des Accelerator-Programms potenziellen Investoren und Kooperationspartnern. Ziel des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten ITHM ist es, Start-ups zu finden, die disruptive Ansätze für die Assekuranz bieten könnten und ihnen den Weg in die „verschlossene Branche“ zu ebnen. In den vier Kategorien Mobilität, Gesundheit, Digitalversicherung und Enterprise 2.0 konnten Jungunternehmer für ihre Ideen werben.

Erfolgreich werden in einem schrumpfenden Markt

In seiner Eröffnungskeynote ging Maschmeyer, der selbst in das Berliner Health-Start-up Thryve investiert hat, auch auf die aktuellen Herausforderungen für Gründer ein. Es sei kein Zufall, dass sich die Begriffe Challenge und Change, also Herausforderung und Veränderung, ähnelten. Sie gehörten zusammen und gerade die aktuelle Krisenzeit böte Möglichkeiten, mit guten Ideen und digitalen Lösungen nach vorne zu kommen: „Probleme können Kreativität freisetzen, die wiederum zu Innovationen führt“, sagte der Finanzunternehmer, der als Geschäftsführer der Maschmeyer Group in Unternehmensgründungen verschiedener Branchen investiert. Wer sich auf „Must Haves“ fokussiere, könne auch in einem schrumpfenden Markt erfolgreich werden.

Diese 13 Start-ups könnten für die Branche relevant werden

1. Mobilität

Peregrine

Das junge Berliner Unternehmen Peregrine Technologies möchte laut Chief Product Officer Jorit Schmelzle mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Verkehrssicherheit verbessern. Ein virtueller Assistent in Form einer intelligenten Kamera soll darin unterstützen, den eigenen Fahrstil zu optimieren. Für Versicherer zudem interessant sind die erweiterten Telematikdaten, die tiefergehende Analysen zum Fahrverhalten zulassen.

Bdeo

COO Ruth Puente präsentierte die Neugründung Bdeo, die das manuelle Underwriting im Kfz-Bereich durch digitale Technologie ablösen möchte. 70 Prozent aller Autounfälle ließen sich mit virtuellen Lösungen, beispielsweise über Chatbots, abwickeln lassen, so die Überzeugung.

2. Gesundheit

Pathmate

Mit dem Ziel, „die Epidemie chronischer Krankheiten“ zu beenden, hat das Schweizer Start-up Pathmate einen digitalen Gesundheitscoach entwickelt. Der Chatbot „Manoa“ hilft laut Co-Gründerin Michelle Heppler dabei, den eigenen Gesundheitszustand zu überprüfen und gibt chronisch Erkrankten personalisierte Ratschläge, wie sie ihre Fitness verbessern können. Mit dem Versicherer Sanitas besteht bereits eine Kooperation.

Thryve

Auf der Suche nach kooperationswilligen Versicherern ist auch das Berliner Unternehmen Thryve. Die meisten Menschen wüssten zu wenig über ihren eigenen Gesundheitsstatus, so CEO Friedrich Lämmel. Mithilfe von Apps und so genannten Wearables werden persönliche Gesundheitsdaten gesammelt und unter - laut eigener Ansage - strengen Datenschutzauflagen ausgewertet.

Nui

Wer seine Angehörigen pflegt, ist von dieser anspruchsvollen und emotionalen Aufgabe häufig überfordert. Daher hat Gründer Markus Müller als Entlastungsangebot die App Nui entwickelt. Der virtuelle Assistent stellt für Pfleger relevante Informationen zusammen, zum Beispiel, wie mit speziellen Symptomen umzugehen ist oder wie sie finanzielle Unterstützung beantragen können.

Seite 1: Gründer-Tipps von Carsten Maschmeyer
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