Krankenhauszusatz: Beste Angebote oft günstig zu haben

Detlef Pohl Versicherungen Top News

Im Krankenhaus gehen bessere Unterbringung und Chefarztbehandlung für Kassenpatienten schnell ins Geld. Da hilft eine gute Zusatzversicherung. Die Zeitschrift Finanztest hat Bedingungen und Beitragsentwicklung von 61 Tarifen verglichen.

Die Mehrkosten für eine Nacht im Einbettzimmer kosten je nach Bundesland zwischen 80 und 122 Euro. Da kann eine private Krankenhaus-Zusatzversicherung lohnen.

Die Mehrkosten für eine Nacht im Einbettzimmer kosten je nach Bundesland zwischen 80 und 122 Euro. Da kann eine private Krankenhaus-Zusatzversicherung lohnen. Bild: Pixabay/cor gaasbeek

Die Stiftung Warentest hat Konditionen für die private Krankenhaus-Zusatzversicherung untersucht und in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest veröffentlicht. Dabei wurden 37 Einbett- und 24 Zweibettzimmer-Tarife verglichen. Beispielhaft wurde dies ausschließlich für 43-jährige Modellkunden getestet, die gesund sind. Analysierten wurden Policen aller privaten Krankenversicherer, die jedem Kassenpatienten offenstehen, nicht an andere Versicherungen gebunden sind und die auf Selbstbeteiligung des Kunden verzichten.

Unberücksichtigt blieben die Angebote der Schadenversicherer und Tarife der PKV, die ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert sind. Begründung: Die Beiträge für 30-Jährige seien mit 20 bis 25 Euro im Monat zwar günstig, stiegen mit dem Lebensalter später jedoch drastisch an. Mit 80 Jahren zahle der Versicherte deutlich über 100 Euro.

Als Mindestleistungen wurden für den Test diese vier Kriterien festgelegt:

  1. Chefarztbehandlung mit Übernahme der Honorare mindestens bis zum Höchstsatz der Gebührenverordnung für Ärzte (GOÄ, 3,5-fach),
  2. Wahlleistung der Unterkunft: Einbettzimmer im Vergleich der Einbettzimmertarife und gleiches für Zweibettzimmer,
  3. freie Wahl unter allen zugelassenen Kliniken für gesetzlich Versicherte,
  4. Versicherer verzichtet auf Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren.

Wie das Preis-Leistungs-Verhältnis gemessen wurde

Das Preis-Leistungs-Verhältnis (macht 80 Prozent des Testergebnisses aus) ergibt sich „als Quotient aus dem Beitrag und den erreichten Leistungspunkten für die Mindest- und Zusatzleistungen“. Finanztest bewertete die Leistungen der Anbieter nach einem Punktesystem und orientierte sich bei der Gewichtung „an der statistischen Wahrscheinlichkeit für den Umfang ihrer Inanspruchnahme“. 90 Prozent der Punkte gab es bereits für die Mindestleistungen der Gesellschaften.

Folgende zusätzliche Leistungen flossen in die Bewertung ein:

  • Die Übernahme von Arzthonoraren über den Höchstsatz der GOÄ hinaus bewertete das Magazin (Teilwertung: 3 Prozent),
  • Übernahme der Mehrkosten für allgemeine Krankenhausleistungen, wenn der Versicherte ein teureres als das auf der ärztlichen Einweisung genannte Hospital aufsucht (Teilwertung: 0,5 Prozent),
  • Erstattung der Mehrkosten für ambulante Operationen durch Chefärzte in der Klinik (Teilwertung: 3,5 Prozent),
  • Höhe des Ersatz-Krankenhaustagegeldes bei Verzicht des Patienten auf die bessere Unterbringung und Verzicht auf Chefarztbehandlung (Teilwertung: 1,5 Prozent in Einbettzimmer),
  • Leistung in Kliniken, die auch Reha- oder Kurbehandlungen ohne vorherige Genehmigung anbieten (Teilwertung: 0,5 Prozent).
  • Im Vergleich der Einbettzimmertarife: Höhe des Ersatz-Krankenhaustagegeldes, wenn Versicherte nur das Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung beanspruchen (Teilwertung: 1,0 Prozent).

Als Maßstab für die Bewertung galt der Mittelwert der untersuchten Angebote. Das Urteil „sehr gut“ bedeutet, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis weit über dem Marktdurchschnitt liegt; „mangelhaft“, dass es weit darunter steht. Neben dem aktuellen Preis-Leistungs-Verhältnis ging in die Gesamtwertung zu 20 Prozent die Beitragsentwicklung ein. Errechnet wurde hier der Quotient aus dem Neubeitrag 2020 und 2013.

Seite 1: Wie die Bewertung der Anbieter erfolgt 
Seite 2: Warum die Beitragsentwicklung im Blick bleiben sollte
 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare