Hannoversche wegen getarnter Werbung abgemahnt

Florian Burghardt Versicherungen Top News

„Mitteilung zur Kostenübernahme“ steht auf kürzlich versandten Briefen der Hannoverschen Lebensversicherung. Da sie aber tatsächlich nur Werbung enthalten, wurde die VHV-Tochter nun abgemahnt. Nicht ihr erster Fauxpas im Jahr 2020.

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sieht eine Kennzeichnung von Werbung vor. Im aktuellen Fall hat die Hannoversche Lebensversicherung dies offenbar vernachlässigt.

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sieht eine Kennzeichnung von Werbung vor. Im aktuellen Fall hat die Hannoversche Lebensversicherung dies offenbar vernachlässigt. Bild: procontra

Bei der Hannoverschen Lebensversicherung AG (VHV-Tochter) hat man gerade eine Abmahnung der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs Frankfurt am Main e.V. (Wettbewerbszentrale) auf dem Tisch. In dem Schreiben (liegt der procontra-Redaktion vor) kritisieren die Verbraucherschützer einen aktuellen Werbebrief für den Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Der Umschlag trägt – neben Absender und Empfänger – lediglich die Aufschrift „Mitteilung zur Kostenübernahme“. Eine weitere Kennzeichnung als Werbebrief erfolgt nicht.

Für die Wettbewerbszentrale Grund genug, eine Abmahnung gemäß § 5a Absatz 6 UWG auszusprechen. So hätte der kommerzielle Zweck der Werbesendung kenntlich gemacht werden müssen. Wenn dies nicht erfolge, könne sie den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung veranlassen, die er andernfalls nicht treffen würde.

Briefumschlag erweckt falschen Eindruck

Der Inhalt des Briefs wirbt für eine Sterbegeldversicherung bei der Hannoverschen. Dies ist aber von außen – also verpackt im Umschlag – nicht zu erkennen. Dazu schreibt die Wettbewerbszentrale:

Verbraucher, die diesen Werbebrief erhalten, werden dazu veranlasst, diesen zu öffnen, weil sie befürchten müssen, im Falle der Nichtöffnung Nachteile zu erleiden für von ihnen verauslagte Kosten oder beantragte Leistungen. Insbesondere solche Verbraucher, die Leistungen z. B. aus der Pflegeversicherung oder andere Leistungen beantragt haben, die gegebenenfalls auch über Dritte ausgezahlt werden, müssen diesen Brief öffnen, um sicherzustellen, dass ihnen hinsichtlich der Antragstellung keine Nachteile entstehen. Der Brief erweckt den Eindruck, dass er die Information zu einer beantragten Leistung enthält. Er ist aber nicht Anderes als Werbung.

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