Full House: Diese Immobilienfonds konnten ihre Vermietungsquoten steigern

Martin Thaler Investmentfonds

Die durchschnittliche Vermietungsquote der offenen Immobilienfonds liegt nahe an der Grenze zur Vollvermietung. Allerdings dürfte dies aufgrund der Corona-Krise in Zukunft nicht mehr so bleiben.

Zum achten Mal in Folge konnten die offenen Immobilienpublikumsfonds ihre durchschnittliche Vermietungsquote steigern.

Zum achten Mal in Folge konnten die offenen Immobilienpublikumsfonds ihre durchschnittliche Vermietungsquote steigern. Bild: Adobe Stock/ engel.ac

Eine der wichtigsten Kennzahlen für die Bewertung offener Immobilienfonds ist die Vermietungsquote. Sie gibt Auskunft darüber, in welchem Verhältnis die vermieteten Bestände zum Gesamtbestand stehen. Ein niedriger Leerstand sichert den Fonds nicht nur wichtige Einnahmen, sondern lässt auch Rückschlüsse auf die Attraktivität der Immobilie und ihren Wert zu. Leerstehende Immobilien erwirtschaften hingegen nicht nur keine Einnahmen, sondern verursachten höhere Kosten durch Ausgaben für Renovierung und Vermarktung.  

Gemessen an der Vermietungsquote geht es den offenen Immobilienfonds blendend. Laut einer Untersuchung der Ratingagentur Scope lag die durchschnittliche Vermietungsquote der 17 offenen Immobilienpublikumsfonds bei 96,2 Prozent – das waren 60 Basispunkte mehr als noch im vergangenen Jahr. Damit stieg die durchschnittliche Vermietungsquote bereits im achten Jahr in Folge, im Jahr 2011 lag sie noch bei 91,8 Prozent.  

Insgesamt konnten neun der 17 Fonds ihre Vermietungsquote steigern – vorne vorweg der hausInvest von Commerz Real mit einem Zuwachs von 2,1 Prozent auf mittlerweile 95,5 Prozent. Starke Steigerungen verbuchten auch der grundbesitz global (DWS) sowie der UBS (D) Euroinvest Immobilien, die ihre Vermietungsquoten um jeweils 1,4 Prozentpunkte auf 96,9 bzw. 97,4 Prozent ausbauen konnten.  

Weniger gut lief es indes beim „Swiss Life REF (DE) European Real Estate Working and Living“, dessen Vermietungsquote von 98,9 auf 95,4 Prozent nachgab. Einen deutlichen Rückgang verzeichnete auch der grundbesitz Fokus Deutschland, dessen Vermietungsquote um 2,3 Prozentpunkte auf 95,8 Prozent. Nichtsdestotrotz liegen beide Fonds noch immer auf einem vergleichsweise hohen Vermietungsniveau.  

Corona-Krise wirft ihren Schatten

Perspektivisch dürften auch bei anderen Fonds die Vermietungsquoten in der nahen Zukunft zurückgehen, schätzen die Scope-Analysten. Zwar lasse sich noch nicht vollends abschätzen, wie sich die Corona-Krise auf den Immobilienmarkt auswirken werde, allgemein wird jedoch mit einer sinkenden Nachfrage nach Büroimmobilien gerechnet. Grund hierfür sind befürchtete Stellenstreichungen in vielen Unternehmen sowie der in Krise deutlich erkennbare Trend zum Home-Office.  

Vom Leerstands-Risiko sind aus Sicht von Scope insbesondere Immobilien in weniger attraktiven Lagen betroffen. Auch bei Objekten, die unter ESG-Aspekten unterdurchschnittlich dastehen, sei das Risiko hoch. Weiter stark nachgefragt dürften hingegen Immobilien aus dem Class-A-Bürosegment sein.  

Auch im Einzelhandelssektor dürfte die Corona-Krise ihre Spuren hinterlassen – hier sei aufgrund eines bevorstehenden strukturellen Wandels sowie vermehrter Mieterinsolvenzen mit einem erhöhten Leerstand zu rechnen.

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