Das sind die Lebensversicherer mit den größten Marktanteilen

Martin Thaler LV-Check Versicherungen Meistgeklickt

Das Geschäft mit Lebensversicherungen verlief für die Branche im vergangenen Jahr höchst erfreulich. Nicht jeder Versicherer konnte jedoch zu gleichen Teilen von dieser Entwicklung profitieren.

Bei den Lebensversicherungen beherrscht die Allianz den Markt immer deutlicher.

Bei den Lebensversicherungen beherrscht die Allianz den Markt immer deutlicher. Bild: Adobe Stock/ rostyslav 84

Auf der Suche nach sicheren Geldanlagen wendeten sich im vergangenen Jahr viele Deutsche der Lebensversicherung zu. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft vermeldete fürs vergangene Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum der Beitragseinnahmen: Insgesamt stand 2019 bei Lebensversicherern, Pensionskassen und Pensionsfonds ein Beitragsplus von 11,3 Prozent auf 102,5 Milliarden Euro zu Buche. Vor allem beim Geschäft mit Einmalbeiträgen – das nicht unumstritten ist – verzeichneten die Versicherer einen deutlichen Zuwachs (+37,1 Prozent) auf 38,2 Milliarden Euro, das Geschäft gegen laufenden Beitrag verharrte dagegen auf Vorjahresniveau (+0 0,1 Prozent).  

Dies liege auch daran, dass neue Lebensversicherungs-Produkte mit modifizierten Garantien von den Kunden immer stärker nachgefragt und angenommen werden. Mittlerweile beträgt ihr Anteil bereits 60,3 Prozent des Neugeschäfts, im Vorjahr waren es noch 57,2 Prozent gewesen.  

Doch nicht jeder Lebensversicherer konnte zu gleichen Teilen vom florierenden Lebensversicherungsgeschäft profitieren. Stattdessen konnte die Allianz ihre dominierende Position am Markt weiter ausbauen, wie eine Auswertung von Policen Direkt zeigt. Die Münchener konnten ihren Marktanteil auf 29,26 Prozent (Vorjahr:23,35 Prozent) steigern – fast jeder dritte Bruttobeitragseuro floss somit an die Allianz, deren Marktanteil mittlerweile fast so hoch ist wie die der übrigen Top-10-Versicherer zusammen.  

Grund für die enorme Marktanteilsteigerung ist das „beste Neugeschäft aller Zeiten“, wie es Klaus-Peter Röhler, Deutschland-Chef der Allianz, formulierte. Insgesamt wuchs die Beiträge aus dem Neugeschäft um 38 Prozent.  

Aufgrund der Dominanz der Allianz sank bei allen anderen Lebensversicherer aus den Top-10 der Marktanteil. Einzige Ausnahme bildete hier die R+V-Versicherung, die ihren Marktanteil von 5,77 Prozent auf 6,03 Prozent steigern konnte,  

Die Dominanz der Münchener wird dabei von Branchenexperten durchaus kritisch gesehen. Prof. Dr. Hermann Weinmann von der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen stellte in seiner „Top-12-Lebensversicherer im Vergleich“-Analyse die These auf, die dominierende Marktposition der Allianz sei nicht nur beunruhigend aus Wettbewerbsgründen, sondern könnte auch das mangelnde Vertrauen der Kunden angesichts der derzeitigen Zinssituation in andere Anbieter widerspiegeln.    

Dabei stehen die deutschen Lebensversicherer durchaus robust dar, wie ein Blick auf die Solvenzquoten zeigt. „In Anbetracht des immensen Zinsrückgangs im vergangenen Jahr fallen die bisher veröffentlichten Solvenzquoten überraschend robust und tendenziell weiterhin hoch aus“, kommentierte Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung beim Kölner Ratinghaus Assekurata im April die bis zum damaligen Zeitpunkt vorliegenden Solvenzberichtete. Diese spiegelten allerdings noch nicht etwaige Verwerfungen der Corona-Krise wider, machte Heermann deutlich. Wie sich die Pandemie letztlich auch auf die Marktanteile der Lebensversicherer auswirken wird, bleibt abzuwarten.

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