Cyber-Schutz: Elektrobetriebe haben viel zu verlieren

Florian Burghardt Berater Digital

Eine Studie zeigt: Unternehmen aus der Elektroindustrie wären nach einem Cyber-Angriff in ihrem Betriebsablauf besonders stark eingeschränkt. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung dürfte dann in den meisten Fällen nicht ausreichend sein.

Jeder fünfte Elektrobetrieb wurde bereits Opfer von einer oder mehreren Cyber-Attacken.

Jeder fünfte Elektrobetrieb wurde bereits Opfer von einer oder mehreren Cyber-Attacken. Bild: Pixabay

Die Verbreitung der Cyber-Versicherung kommt hierzulande nur sehr langsam voran. Gerade mit Blick auf Unternehmen fast aller Branchen und Größen ist das verwunderlich. Denn die Schäden für gestohlene Daten oder außer Betrieb gesetzte Systeme können schnell sechsstellige Beträge erreichen.

Eine besondere Gefahr für so hohe Einbußen zeichnet sich in der Elektroindustrie ab. 70 Prozent dieser Unternehmen wären in Folge einer nicht funktionierenden IT in ihren Betriebsabläufen stark bis sehr stark eingeschränkt. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV unter 100 kleinen und mittleren Unternehmen der Elektroindustrie hervor.

Im Ernstfall auf sich allein gestellt

Kommt es bei solchen Unternehmen zu einer Betriebsunterbrechung, zum Beispiel durch einen gezielten Cyber-Angriff, einen Virus in einer E-Mail oder das private Gerät eines Mitarbeiters, so ist der entstandene Schaden (etwa eine unterbrochene Produktions- oder Lieferkette) nur in Ausnahmefällen durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgedeckt. Denn dieser muss in der Regel ein Sachschaden durch eine versicherte Gefahr vorausgehen. Cyber-Attacken zählen hier aber auch in Multirisk-Policen normalerweise nicht dazu.

Bislang wurden 20 der 100 befragten Unternehmen Opfer von Cyber-Angriffen, fünf von ihnen sogar schon mehrfach. Damit hat es sie bislang etwas seltener erwischt als beispielsweise Maschinenbaubetriebe. Dennoch sollte die Gefahr nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Im Ernstfall stünden 43 Prozent der Unternehmen erst einmal völlig allein da und müssten sich die ersten Schritte nach einem Cyber-Schaden erst einmal erarbeiten. Denn sie verfügen weder über ein schriftliches Notfallkonzept noch über eine vertragliche Vereinbarung mit ihrem IT-Dienstleister für solche Fälle.

Eine Cyber-Police begleicht in der Regel nicht nur die Kosten von Cyber-Schäden. Die Anbieter stehen ihren Kunden häufig auch mit regelmäßigen Service- und Präventionsangeboten zur Seite. Zudem kam erst kürzlich die Ratingagentur Assekurata zu dem Ergebnis, dass die Cyber-Versicherung durch die Corona-Krise als einzige Schaden-Unfall-Sparte ein wachsendes Potenzial für Neugeschäft aufweist.

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