Cyber-Schadenfälle: So teuer kann es für Firmen werden

Florian Burghardt Digital Berater Versicherungen Top News

Die Corona-bedingten Homeoffice-Regelungen erhöhen für Unternehmen das Risiko, Opfer von Cyber-Angriffen zu werden. Wie teuer solche Schadenfälle werden können, zeigen konkrete Beispiele der Spezialversicherer Hiscox und Markel.

Die in der Coronakrise verstärkte Homeoffice-Nutzung ihrer Mitarbeiter macht Unternehmen deutlich anfälliger für Cyber-Angriffe, weiß Ole Sieverding, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox Deutschland.

Die in der Coronakrise verstärkte Homeoffice-Nutzung ihrer Mitarbeiter macht Unternehmen deutlich anfälliger für Cyber-Angriffe, weiß Ole Sieverding, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox Deutschland. Bild: Hiscox

Mit gerade einmal 60.000 bestehenden Verträgen Ende 2019 bleibt die Cyber-Versicherung gefühlt etwas hinter den Erwartungen als „Next Big Thing“ der Versicherungsbranche zurück. Doch es sieht so aus, als ob die Corona-Krise der Notwendigkeit von Cyber-Policen und damit auch ihrem Vertrieb einen kräftigen Anschub verleihen wird.

„Durch die verstärkte Homeoffice-Nutzung entsteht eine stark vergrößerte Angriffsfläche des Unternehmensnetzwerks. Zusätzlich haben Phishing-Angriffe durch die physische Distanz zu Kollegen leichteres Spiel“, erklärt Ole Sieverding, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox Deutschland. Bei dem Spezialversicherer bemerkt man seit Wochen vermehrt solche Schäden mit „Corona-Bezug“.

Dazu komme das Problem, dass in den vergangenen Jahren eine zunehmende Professionalisierung der Angreifer erfolgt ist. Dadurch würden die Schadenfälle deutlich komplexer und damit auch signifikant teurer. „Der Trend bei den Angriffsmethoden geht dahin, nach einer Infektion der Systeme unentdeckt möglichst viele Rechte und Zugänge im gehackten System zu erlangen, um dann zielgerichtet den größtmöglichen Schaden anrichten zu können“, so Sieverding auf procontra-Nachfrage.

In der Corona-Krise steigt die Nachfrage

Ähnliches beobachtet man bei dem auf gewerblichen Cyber-Schutz spezialisierten Versicherer Markel Deutschland. Zwar sei speziell aufgrund der Homeoffice-Tätigkeiten noch kein deutlicher Anstieg an Schadenfällen zu verzeichnen. Aber: „Bei Unternehmen, in denen vor der COVID-19-Pandemie Themen wie Homeoffice oder Videokonferenzen nicht unbedingt Usus waren, merken wir einen Anstieg bei den Anfragen nach Cyber-Versicherungen.

Generell herrscht bei Gewerbekunden hierzulande ein deutlich höheres Interesse an Cyber-Versicherungen und damit auch eine größere Verbreitung als im Privatkundenbereich. Dennoch besteht angesichts der 60.000 Policen auf etwa 3,5 Millionen Betriebe in Deutschland weiterhin ein sehr hohes Vertriebspotenzial. Warum Cyber-Schutz für Unternehmen so wichtig ist, zeigen die teilweise sehr teuren Schadenfälle in der untenstehenden Bilderstrecke aus den Häusern Hiscox und Markel. 

6 Cyber-Schadenbeispiele für Ihre Gewerbeberatung

Laptop mit Kundendaten verloren (von Hiscox)
Ein Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens verliert seinen unverschlüsselten Laptop mit sensiblen Kundendaten in der Bahn. Gemäß geltendem Datenschutzrecht müssen daraufhin alle betroffenen Kunden über den Verlust informiert werden. Außerdem werden die Kunden aufgefordert, ihre Zugangsdaten zu erneuern. Accounts, für die das Passwort innerhalb einer Frist nicht geändert wurde, werden automatisch gesperrt. Ein externes Callcenter wird damit beauftragt, Anfragen der Kunden zu übernehmen. Die Aufwendungen für Krisenmanagement, Rechtsberatung und Callcenter-Leistungen belaufen sich insgesamt auf 354.000 Euro. Bild: Pixabay
 
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