Coya legt erste Geschäftszahlen vor

Martin Thaler Digital Versicherungen

Der Digitalversicherer verzeichnete ein deutliches Plus bei der Kundenanzahl. Das versicherungstechnische Ergebnis fiel hingegen negativ aus.

Legten erstmals Geschäftszahlen für ein vollständiges Geschäftsjahr vor: der Digitalversicherer Coya um Gründer Andrew Shaw (Mitte, Laura Kather hat das Unternehmen mittlerweile verlassen).

Legten erstmals Geschäftszahlen für ein vollständiges Geschäftsjahr vor: der Digitalversicherer Coya um Gründer Andrew Shaw (Mitte, Laura Kather hat das Unternehmen mittlerweile verlassen). Bild: Coya AG/ Norman Posselt

Mit großen Zielen startete der Digitalversicherer Coya 2018 in den deutschen Markt: Man wolle Europas führender digitaler Sachversicherer werden, erklärten die Berliner damals vollmundig. Dazu passten die gut 30 Millionen Euro, die das Insurtech in der Zeit von Investoren einsammelte, darunter unter anderem der US-amerikanische Milliardär Peter Thiel.  

Nun legte das Unternehmen erstmals Geschäftszahlen für ein volles Geschäftsjahr vor. Auf der einen Seite steht ein deutlicher Zuwachs bei der Kundenanzahl. Laut aktuellem SCFR-Bericht betrug die Kundenanzahl Ende 2019 insgesamt 94.000 – das waren insgesamt 572 Prozent mehr als noch im Vorjahr.  

Auf der anderen Seite steht das versicherungstechnische Ergebnis: Insgesamt erwirtschaftete Coya im vergangenen Jahr Beitragseinnahmen von 812.000 Euro – eine Summe, die angesichts der formulierten Ziele und hohen Investitionssummen eher bescheiden anmutet. Der Großteil hiervon entfiel auf die Hausratsversicherung. Den Einnahmen stehen Leistungsausgaben für Schäden in Höhe von 866.000 gegenüber – abzüglich der Rückversicherung 433.000. Gegenüber dem Online-Portal „Finance Fwd“ bezeichnete Gründer Andre Shaw das negative Ergebnis als erwartungsgemäß angesichts des jungen Portfolios. Zudem hätten einzelne Feuerschäden das Ergebnis maßgeblich beeinflusst.  

Insgesamt verbuchte Coya 2019 Verluste in Höhe von rund 15 Millionen Euro, die laut Unternehmen wesentlich durch die die Kosten für den Aufbau des Geschäftsbetriebs beeinflusst wurden.  

Perspektivisch sieht sich Coya durch die Corona-Krise in einer guten Ausgangsposition. Man erwarte, „dass sich durch die Covid-19-Pandemie ein Trend zu einer Verlagerung des Lebens ins Internet und damit auch einer Verstärkung des Online-Vertriebs von Versicherungsprodukten abzeichnen wird“, heißt es im SCFR-Bericht. Als technologiegetriebenes Start-up befinde man sich hierfür in einer sehr guten Position, „um in dieser herausfordernden Situation weiter zu wachsen.“  

Den zeitweisen Einbruch an den Kapitalmärkten habe man gut überstanden, da die Anlagestrategie überwiegend auf Liquidität ausgerichtet sei. Zudem sei auch die Zahl der Stornierungen bis zum jetzigen Zeitpunkt lediglich moderat ausgefallen.

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