Corona: Vielen Selbstständigen geht das Geld aus

Martin Thaler Corona Berater Top News

Entsprechend häufig erwarten Selbstständige, dass sie in Folge der Krise in Geldprobleme geraten und folglich auf ihre Ersparnisse bzw. Vermögensanlagen zurückgreifen müssen. Knapp ein Drittel der Selbstständigen hält dies für die Zukunft für wahrscheinlich, weitere 25 Prozent wollen auf Sparrücklagen oder Kredite zurückgreifen. Weitere 28 Prozent erwarten, dass sie ihren Lebensstandard einschränken müssen, weitere 16 Prozent sind überzeugt, in naher Zukunft Sozialleistungen beantragen zu müssen.

 

EreignisAnteil der Selbstständigen, der dieses für wahrscheinlich hält
Auf Sparrücklagen oder Kredite zurückgreifen25 Prozent
In Geldprobleme geraten/ Sozialleistungen beantragen16 Prozent
Auf Ersparnisse oder Vermögensanlagen zurückgreifen33 Prozent
Einschränkungen des Lebensstandards28 Prozent

Die ersten Ausläufer dieser Entwicklung hat unter anderem schon Policen Direkt zu spüren bekommen. Im Gespräch mit procontra erklärte Policen-Direkt-Chefredakteur Rafael Kurz, dass sich die Zahl der Anfragen beim Zweitmarkthändler aktuell verdreifacht habe. Bereits Ende April hatte man so viele Angebote bearbeitet wie im gesamten vergangenen Jahr. Auch andere Umfragen deuten an, dass viele Menschen angesichts ihrer finanziellen Situation bereit sind, bei ihrer Altersvorsorge den Rotstift anzusetzen. Sollte sich diese Umfragen bestätigen, könnte es für die betroffenen Makler brenzlig werden.  

Die bisherigen staatlichen Hilfen für Selbstständige scheinen demzufolge ausbaufähig. „Offenbar konnten Bund, Länder und Kommunen mit den Hilfspaketen die Sorgen der Selbstständigen nicht hinreichend auffangen“, bemerken die Studienautoren um DIW-Professor Alexander Kritikos.    

Nachbesserung von Soforthilfen

Stattdessen gelte es nachzubessern. Zwar hat die Große Koalition jüngst Überbrückungshilfen beschlossen, die den krisenbedingten Ausfall von Umsätzen abmildern sollen – allerdings sind, wie auch die Soforthilfen, auf fixe Betriebskosten beschränkt. Die Studienautoren schlagen darum einen Blick zu den europäischen Nachbarn vor: So könnten Selbstständige eine Unterstützung zur Deckung privater Lebenskosten erhalten, die von den Finanzämtern gewährt wird.  

Denkbar wäre beispielsweise, Selbstständigen finanzielle Hilfe zu gewähren, wenn sie im Vergleich zum Durchschnitt der letzten zwölf Monate vor Beginn der Krise Umsatzeinbrüche von mehr als 50 Prozent hinnehmen mussten. Diesen Betroffenen würde jeden Monat der über 50 Prozent hinausgehende Umsatzverlust zu 80 Prozent ersetzt – gedeckelt wäre die Hilfe bei 2.000 Euro.  

Ein Vorschlag, der auch unter Maklern auf Wohlwollen stoßen könnte. Bereits im April hatte BVK-Präsident Heinz in einem Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel angemahnt, dass es bei der Soforthilfe für Versicherungsvermittler Anpassungen bedürfe.

Hinweis: Profino hat für Makler mit freundlicher Unterstützung der Zurich einen Hilfebereich eingerichtet. Hier erfahren Sie alles, was Makler unmittelbar wissen müssen aus den Bereichen "Ihre Beratung", "Ihr Maklerunternehmen" und "Ihre Gesundheit".

Seite 1: Corona-Krise trifft Selbstständige hart
Seite 2: Wie die Altersvorsorge unter Corona zu leiden droht

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare