Corona: Vermittler sehen Online-Beratung nicht als gleichwertigen Ersatz

Anne Hünninghaus Berater Corona

Dennoch hat sich die Zahl derer, die Online-Beratung anbieten, innerhalb weniger Monate verdoppelt. Vier von fünf Vermittlern verzeichnen bislang zudem aufgrund der Pandemie Verluste. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie.

Mehr als die Hälfte der Vermittler setzt neuerdings auf Video-Beratung.

Mehr als die Hälfte der Vermittler setzt neuerdings auf Video-Beratung. Bild: Adobe Stock/fizkes

Vor einem Jahr hätte das in der Branche noch als Science Fiction gegolten: Die Zahl der Vermittler, die Online-Beratung nutzen, hat sich innerhalb der vergangenen acht Monate verdoppelt. Wirklich überraschend ist dieses Ergebnis einer Trendstudie der Swiss Life-Tochter Swiss Compare mit Cash Online dennoch nicht. Schließlich blieb den im Mai befragten 263 Maklern, Mehrfachagenten und Ausschließlichkeitsvermittlern während der Zeit des Social Distancing nicht viel anderes übrig, als kommunikativ auf digitale Tools umzusatteln.

Besonders die Video-Beratung stand daher zuletzt im Fokus. Nutzten diese laut einer Swiss-Compare-Vermittlerumfrage im Herbst 2019 lediglich 29 Prozent, sind es acht Monate später bereits 57 Prozent. Der Trend zur Digitalisierung der Branche wird voraussichtlich aber auch nach den derzeitigen Lockerungen der Restriktionen weitergehen: Mehr als die Hälfte der Vermittler plant in diesem Jahr weitere Investitionen in digitale Projekte.

Dass dieser das direkte Kundengespräch aber dauerhaft ablösen wird, ist indes nicht zu erwarten: Für 91 Prozent der Studienteilnehmer steht fest, dass die digitalen Tools die persönliche Beratung nicht ersetzen werden; für 80 Prozent sind sie lediglich "eine gute Ergänzung".

Vier von fünf Vermittlern verzeichnet Corona-Verluste

Aber nicht nur die Vorgehensweise, sondern auch den eigenen Kontostand hat die Krise teils massiv beeinflusst. Bis Anfang Mai gab jeder fünfte Befragte an, durch die Corona-Krise keine Verluste erlitten zu haben. Der mit 56 Prozent größte Anteil der Vermittler verzeichnet derweil Umsatzeinbußen bis zu 30 Prozent. Noch härter trifft es die übrigen 24 Prozent, die krisenbedingt auf mehr als ein Drittel ihrer üblichen Einnahmen verzichten mussten.

Ein ähnliches Bild zeichnen die Erhebungen des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute. Diesen zufolge kämpfen zwei Drittel der Vermittler mit starken Umsatzeinbußen. Weitere 25 Prozent können noch nicht absehen, wie sich der Umsatz entwickeln wird.

Entsprechend düster ist der Ausblick der meisten Befragten: 82 Prozent der Vermittler befürchten, dass die Vermittlerzahl in diesem Jahr weiter abnehmen wird. Was die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie anbelangt, sind die Vermittler indes geteilter Meinung: 54 Prozent bewerten die Chancen ihres Markts als vergleichbar oder sogar besser als vor der Krise; 44 Prozent als schlechter.

Laut der Studie ist Beratungsbedarf zumindest vorhanden: Zahlreiche Haushalte stellten angesichts der aktuellen Pandemie ihre Finanzpläne auf den Prüfstand. Auf die Frage, mit welchen Themen Kunden seit der Krise auf Vermittler zukommen, antworten 60 Prozent der Befragten, dass die Menschen vor allem bei der Optimierung ihrer privaten Finanzplanung und ihrer bestehenden Verträge Unterstützung brauchen. 43 Prozent berichten, dass Informationen rund um die Leistung von Versicherungspolicen im Corona-Fall gefragt sind, 41 Prozent geben an, dass ihre Kunden im Sinne eines Neugeschäfts aktiv für ihre Zukunft vorsorgen. Das belegt eine weitere Studie von Yougov im Auftrag der Swiss Life: Für 30 Prozent der Deutschen hat die Absicherung der eigenen Altersvorsorge demnach seit der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen.

Laut dem Techmonitor von „Heute und Morgen“ hat sich vonseiten der Kunden die Einstellung gegenüber Video-Chats durch die Corona-Pandemie nicht verändert - 61 Prozent zeigen sich diesen gegenüber neutra eingestellt. Ein Drittel der Befragten (30 Prozent) kann sich aufgrund der gemachten Erfahrungen jedoch vorstellen, Video-Chats in Zukunft häufiger zu nutzen.

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