Burger-Kette verklagt Zurich auf bis zu 250 Millionen Dollar

Martin Thaler Corona Panorama Versicherungen

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA mussten zahlreiche Restaurants ihre Türen für die Kunden schließen. Nun gibt es Ärger um bestehende Versicherungen - die Fast-Food-Kette In-N-Out zieht gegen die Zurich nun vor Gericht.

Die Burger-Kette In-N-Out verklagt die Zurich auf 250 Millionen Dollar.

Die Burger-Kette In-N-Out verklagt die Zurich auf 250 Millionen Dollar. Bild: Adobe Stock/ Walter Cicchetti

Der Streit um das Thema Betriebsschließungsversicherungen droht für die Zurich teuer zu werden. Wie mehrere amerikanische Medien berichten, verklagt die kalifornische Burger-Kette In-N-Out (knapp 400 Filialen) die Zurich-Tochter "Zurich American Insurance Company" auf bis zu 250 Millionen Dollar.  

Der Burgerbrater, der fast ausschließlich in Kalifornien angesiedelt ist, musste wie sämtliche Restaurants im Sunshine State ab 17. März dieses Jahres seine Restaurants aufgrund einer Anordnung des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom schließen. Mit dieser Anordnung versuchte Newsom, die Ausbreitung des Corona-Virus in Kalifornien zu verlangsamen. Lediglich über die Drive-In-Schalter der Burger-Kette konnten Kunden seitdem die gewünschten Double-Cheeseburger, Milkshakes und Pommes Frites bekommen.  

Die Einnahmeausfälle machte In-N-Out gegenüber der Zurich, bei der man eine Betriebsschließungsversicherung bzw. "Business Interruption Insurance" abgeschlossen hatte, geltend. Die Burger-Kette argumentierte, dass sie über eine All-Risk-Police verfüge, die explizit „vollkommen unbekannte und neu entstehende Risiken, die bislang vom Unternehmen nicht in Betracht gezogen wurden“, umfasse. Dennoch verweigerte laut In-N-Out die Zurich eine Zahlung, weswegen nun Klage eingereicht wurde.  

Klage in Großbritannien

Auch andere Restaurant- und Geschäftsbetreiber in den USA liegen mit ihren Versicherern im Streit über den Versicherungsschutz ihrer abgeschlossenen Betriebsschließungsversicherungen. Verärgerte Wirte und Gastronomen schlossen sich in der Folge zur „Business Interruption Group“ zusammen, die vergangene Woche als Zeichen des Protests für eine Minute alle Werbe-Displays am berühmten New Yorker Times Square abschalten ließ.  

Für die Zurich droht die Corona-Krise derweil immer kostspieliger zu werden. Bislang rechnet der Versicherer mit Corona-bedingten Schäden in Höhe von 750 Millionen Dollar. Weitere 200 Millionen könnten hinzukommen, sollte ein Verfahren vor dem britischen High Court zu dem Schluss kommen, die Zurich (und andere Versicherer) müsse auch im Vereinigten Königreich für Betriebsschließungen aufgrund Covid-19 finanziell gradestehen. Eine entsprechende Musterklage war diese Woche von der englischen Finanzaufsicht FCA eingebracht worden.  

Sollte die Zurich zudem gegen In-N-Out eine juristische Niederlage kassieren, droht die Corona-Krise für den Versicherer noch einmal deutlich teurer zu werden als angenommen.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare