Branchen-Events während Corona: Das Ende von Häppchen und Händeschütteln?

Anne Hünninghaus Corona Berater

Branchenveranstaltungen fallen in diesem Jahr krisenbedingt reihenweise ins Wasser – oder werden ins Internet verlegt. Ein Trend, der sich auch in Zeiten nach Corona weiter manifestieren könnte.

Ein Bild aus vergangener Zeit: Haben Präsenzveranstaltungen zur Weiterbildung nach Corona eine Zukunft?

Ein Bild aus vergangener Zeit: Haben Präsenzveranstaltungen zur Weiterbildung nach Corona eine Zukunft? Bild: Adobe Stock/edele-fotografie

Für Eventplaner ist 2020 das Jahr des Super-GAUs. Schon in normalen Zeiten ist es eine Herausforderung, Präsenzveranstaltungen mit vielen Hunderten oder sogar Tausenden von Menschen zu organisieren - samt angemessener Räumlichkeiten, Programmvielfalt, Häppchen und Highlights.

Aber 2020 ist alles andere als normal. Wer eine Veranstaltung in Frühjahr oder Sommer geplant hatte – so wie beispielsweise der Maklerpool FondsFinanz mit der März-Messe MMM, musste erst zittern und dann absagen – und auf digitale Ausweichmöglichkeiten ummodeln. Über Branchentreffs, die für den Herbst geplant sind, so wie die DKM, schwebt nach wie vor das Damoklesschwert. Wie die behördlichen Anordnungen bis dahin aussehen werden, ist unklar. Noch hoffen die Veranstalter, dass die Messe Ende Oktober in Dortmund stattfinden kann. Nervös gewordenen Ausstellern bieten sie aber bis Ende Juni eine kostenfreie Stornierungsmöglichkeit an. „Für die Finanz-, Versicherungs- und Immobilienbranche ist es in diesen Zeiten aber wichtiger denn je, einen Ort zur Geschäftsanbahnung, Kontaktpflege, Trendsichtung und Weiterbildung zu haben“, heißt es auf der Webseite. Sollte die DKM abgesagt werden müssen, will man stattdessen eine digitale Plattform für die Branche schaffen.

Läutet die Corona-Krise das große Sterben des Live-Netzwerkens ein? Taugt der Ausnahmezustand als Beweis dafür, dass virtuelle Begegnungen nicht nur virenfrei sind – sondern im besten Fall auch günstiger und effizienter? Digitalapologeten predigen schon seit Jahren die Vorzüge von Webinaren und Online-Austausch: Gesparte Anreisekosten, weniger Zeitfresserei, mehr Konzentration auf das Wesentliche.

Der Trend war schon vorher da

Pandemie-bedingt folgen viele Anbieter nun einem Trend, der sich schon lange vor der Krise Bahn gebrochen hatte. Statistiken der Brancheninitiative „gut beraten" zufolge hatte bereits im vergangenen Jahr das E-Learning die Präsenzveranstaltungen von Platz eins der bevorzugten Lernformen verdrängt. Das erste Quartal 2020 hat die Entwicklung befeuert: E-Learning-Varianten waren mit einem Anteil von 78 Prozent die mit Abstand verbreitetste Lernform. Im März betrug der Anteil sogar 88 Prozent, während Präsenzveranstaltungen auf einen Anteil von 12 Prozent schrumpften. 

Eine Sonderregelung bei den Weiterbildungsanforderungen nach IDD gibt es für dieses Jahr voraussichtlich nicht. Daher sollten Makler die aktuelle Zeit nutzen, um ihr Fachwissen zu vertiefen und Punkte zu sammeln. An Digital-Angeboten der Bildungsanbieter herrscht zumindest kein Mangel. Ob die Deutsche Makler Akademie, die VEMA-Tage oder eben die MMM: Verschiedene Anbieter halten ihre Seminare und Konferenzen nun online ab – und freuen sich, teils mit leicht überraschtem Unterton – über Zulauf und weitgehend reibungsloses Funktionieren.

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