Bipro: Digitalisierung als Antwort auf Veränderungen in Assekuranz

Detlef Pohl Digital Versicherungen

Die Digitalisierung in der Versicherungsbranche muss weiter vorangetrieben werden. Neue Denkansätze aus Sicht des Axa-Konzerns und sonstige Neuigkeiten von den Streaming-Days der Brancheninitiative Prozessoptimierung.

Das Wettbewerbsumfeld wird durch Corona zusätzlich beeinflusst und beschleunigt die Digitalisierung, sagte Kai Kuklinski, Vorstand im Axa-Konzern.

Das Wettbewerbsumfeld wird durch Corona zusätzlich beeinflusst und beschleunigt die Digitalisierung, sagte Kai Kuklinski, Vorstand im Axa-Konzern. Bild: Axa

Erst kürzlich wurden Fortschritte der VEMA Versicherungs-Makler-Genossenschaft bei ihrem technologischen Großprojekt „VEMAdata“ bei den Online-VEMA-Tagen publik. Dabei geht es um die Vernetzung der Informationen und Daten des Versicherungsmaklers, der Genossenschaft (VEMA-Extranet), der Versicherer (Bipro samt Abholung der Dokumente und Vertragsdateien) und auch externer Quellen (procontra berichtete).

Nun hat auch das Brancheninstitut für Prozessoptimierung (Bipro) seinen alljährlichen Bipro-Tag erstmals als zweitägige Streaming-Days online abgehalten. Der 2006 gegründete neutrale und nicht-gewinnorientierte Verein treibt die Entwicklung fachlicher und technischer Normen zur Optimierung unternehmensübergreifender Geschäftsprozesse für die Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche voran.

Diesmal wurden mehr als 800 Teilnehmer registriert, mehr als an den bisherigen Bipro-Tagen, Über 50 Referenten und Diskutanten setzten verschiedene inhaltliche Akzente. Breiten Raum nahm „RNext“, die aktuelle Digitalisierungsoffensive Bestandsdatenübermittlung und Optimierung im Abrechnungsverkehr ein – mit Live-Demonstrationen sowie Einblicken von Anwendern in die direkte Umsetzung von Bipro-Normen.

Prozessoptimierung von Maklern stark nachgefragt

Datenpflege und Prozessoptimierung stehen bekanntlich ganz oben auf der Agenda von Maklern (procontra berichtete). Gerade die Versicherer haben bei der technischen Kommunikation mit den Systemen des Maklers noch große Reserven (procontra berichtete). Inzwischen haben insbesondere Maklerversicherer ihre Ressourcen in die neue Serviceplattform „meinMVP“ eingebracht (procontra berichtete).

Viele Teilnehmer der Bipro-Streaming-Days interessierte, wie es nach der Corona-Krise mit der Assekuranz weitergeht und welche digitalen Prozesse nun anstehen. „Die Digitalisierung verändert gerade jetzt nicht nur den Alltag, sondern auch nachhaltig das Verhalten unserer Kunden sowie die Arbeitsweise unserer Geschäftspartner“, sagte Kai Kuklinski, Vertriebsvorstand im AXA-Konzern. Digitale und interaktive Prozesse würden verstärkt notwendig und nachgefragt. „Bipro schafft die Basis dafür und wird für alle Marktteilnehmer noch wichtiger“, so Kuklinski in seinem Vortrag.

Veränderungstreiber im Versicherungsmarkt

„Das Wettbewerbsumfeld wird durch die Corona-Implikationen zusätzlich beeinflusst und beschleunigt die Digitalisierung“, hat Kuklinski beobachtet. Dabei betreffe die Entwicklung aller Veränderungstreiber im Versicherungs- und Vermittlermarkt:

  • Regulierung: nimmt zu und erfordert wegen Komplexität Investments in Wissen und Prozesse
  • Gesellschaft/Ökonomie: zunehmendes Denken in Lebenswelten und erhöhter Kostendruck durch Niedrigzins
  • Wettbewerb: zunehmende Bedeutung von Plattformen und Technologie; ausdifferenzierter Insurtech-Markt
  • Demografie: hoher Altersdurchschnitt von Vermittlern (55+) und Nachwuchsmangel
  • Digitalisierung: Chancen und Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette; neue Formen der Zusammenarbeit (Ökosystem-Ausdifferenzierung)
  • Kundenverhalten: Mehr Wissen durch Transparenz; hybrides Informations- und Abschlussverhalten; steigende Erwartungen an Service und Nutzbarkeit neuer Technologien.

Seite 1: Die größten Veränderungstreiber in der Assekuranz
Seite 2: Warum sich der Maklermarkt weiter konsolidieren dürfte

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