bAV: Ist die Rendite wirklich so schlecht?

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Wie die bAV im Vergleich zu anderen Vorsorgenforme abschneidet, wurde auf einem Expertenforum beleuchtet. Dabei bietet die Abschwächung des Solidaritätszuschlags 2021 zusätzliches Vertriebspotenzial. Ein Steuerexperte gab Auskunft.

Wenn die Förderung von Entgeltumwandlung und Riester-Rente kombiniert wird, ergibt sich eine noch höhere Rendite, sagt Fabian von Löbbecke, Vorstandschef der HDI Pensionsmanagement.

Wenn die Förderung von Entgeltumwandlung und Riester-Rente kombiniert wird, ergibt sich eine noch höhere Rendite, sagt Fabian von Löbbecke, Vorstandschef der HDI Pensionsmanagement. Bild: HDI/Christian Daitche

Das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) klemmt, weil die niedrigen Zinsen aufs Gemüt schlagen (procontra berichtete). Dennoch ist bAV lohnenswert, wenn man die Rendite-Vorteile richtig ausspielt. „Dabei hat die staatliche Förderung eine tragende Rolle“, erinnert Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender von HDI Pensionsmanagement und im Vorstand der HDI Lebensversicherung für bAV verantwortlich. Gegenüber procontra hatte er die Vorteile der Entgeltumwandlung im Frühjahr selbst für den Fall der Kurzarbeit illustriert (procontra berichtete).

Vergangene Woche legte der bAV-Experte auf dem online veranstalteten HDI-bAV-Expertenforum 2020 (procontra berichtete) noch einmal nach. „Die bAV ist der Königsweg für effiziente Vorsorge und sichere Lösungen“, so Löbbecke. Als Beleg dient ihm der Vergleich zu anderen Anlageformen: Zehnjährige Bundesanleihen brächten derzeit mit minus 0,44 Prozent Verluste. Unterm Kopfkissen liefere Erspartes 0,0 Prozent, aber abzüglich Inflation ebenfalls eine negative Verzinsung. Aktuell beworbene „hochverzinsliche“ Sparbuchangebote kämen allenfalls auf 0,001 Prozent Zins. „Dies führt zur Verdoppelung des Kapitals erst nach 72.000 Jahren“, ruft der Diplom-Mathematiker in Erinnerung.

Aktien und Fonds könnten bei 6,0 Prozent Rendite landen, aber bei 100 Prozent Risiko. Da seien zuletzt 2,41 Prozent Produktrendite in der Lebensversicherung bei 100 Prozent Bruttobeitragsgarantie, die im Kollektivgeschäft ab sieben Jahren Laufzeit nach Vertragsabschluss erreicht werde, gut herzeigbar, bilanziert Löbbecke. Beim HDI brachte der Durchschnittskupon im Vorjahr 2,74 Prozent Rendite. Die Wiederanlagerendite für Festverzinsliche liegt 2020 bei über 1,5 Prozent und Neuanlagen weisen im Schnitt 25 Jahre Laufzeit auf.

Fünf Bausteine für hohe Rendite

Mit 3,02 Prozent Überschussbeteiligung 2020 bei der indexgebundenen Direktversicherung nach dem Multi-Selekt-Konzept (Markt: 2,6 Prozent) fühlt der HDI sich gut gerüstet, im „Rendite-Quartett“ mit Trümpfen zu stechen. Zu vorzeigbarer Produktrendite und Sicherheit führen die Kölner die umfangreiche staatliche Förderung und ein bAV-Switch-Produkt an, mit dem Kunden sowohl die steuerfreie Entgeltumwandlung als auch die Riester-Förderung nutzen können. „Alles in allem kann ein 45-jähriger Geringverdiener (25.000 Euro brutto pro Jahr bei 2,0 Prozent Gehaltsdynamik) mit zwei Kindern auf deutlich über 9,0 Prozent Rendite mit Kollektivkonditionen kommen“, rechnet Fabian von Löbbecke vor – siehe Grafik.

„Nur wir haben diese Lösung“, erklärt der bAV-Chef angriffslustig. Gemeint sind die hauseigenen Produkte „Two Trust Selekt“ (indexgebunden) und „Two Trust Kompakt“ (neue Klassik mit endfälliger Garantie) in der Direktversicherung, bei denen die bAV sowohl nach Paragraf 3 Nummer 63 EStG (Entgeltumwandlung) als auch nach Paragraf 10 a EStG (Riester-Förderung) in einem einzigen Vertrag flexibel und je nach persönlicher Lage wechselbar förderfähig ist (procontra berichtete). Zuvor ging durch die getrennte Förderung viel Geld verloren, oder man musste zwei gesonderte Verträge abschließen.

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