Altersvorsorge: Warum Frauen weiter weniger tun

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache

Die Altersversorgung von Frauen schafft es weiterhin oft nicht, Altersarmut vorzubeugen. Dabei attestieren Frauen gerade der bAV ein gutes Image. Was man gegen die Geschlechterkluft tun kann, wurde auf einem Webinar diskutiert.

Fred Marchlewski

Frauen sehen in der bAV die Altersvorsorgeform mit dem besten Image“, weiß Aon-CEO Fred Marchlewski aus der neuesten Umfrage unter berufstätigen Frauen. Bild: Aon

Die Gefahr der Altersarmut wird generationenübergreifend für Frauen deutlich höher eingeschätzt als für Männer. Eine neue Studie des Risikoberaters Aon zeigt: Die Geschlechterkluft (Gender Gap) ist auch in der bAV klar zu erkennen. Angebote der bAV werden zudem von Frauen anders wahrgenommen als von Männern. Erste Details der Studie „Gender Gap in der bAV“ wurden vergangene Woche in einem Webinar bekannt.

Unter 2.000 berufstätigen Frauen zwischen 25 und 65 Jahren waren speziell auch Berufseinsteigerinnen, Berufsrückkehrerinnen nach der Babypause und Frauen, bei denen die Kinder schon aus dem Haus sind („Empty Nester“), befragt worden, bestätigt Fred Marchlewski, CEO bei Aon für Kontinentaleuropa, Mittlerer Osten und Afrika.

Ergebnis: „Frauen haben ein rationales, abgeklärtes Verhältnis zum Geld, verlassen sich dabei am ehesten auf sich selbst - Männer vertrauen mehr auf Zahlen und Fakten - und sehen in der bAV die Altersvorsorgeform mit dem besten Image“, berichtete Marchlewski. Dieses Image verstärke sich noch, wenn das bAV- Angebot verlässlich, transparent und individuell auf die Lebenslage der Frau zugeschnitten wird. „Insofern muss die bAV nicht weiblicher werden, aber künftig der jeweiligen Lebenssituation besser gerecht werden“, so Marchlewski weiter.

Realistischerer Ausblick aufs Alter als Männer, aber …

Die bAV-Ansprüche von Frauen sind im Schnitt immer noch deutlich geringer als von Männern, was auf die durchschnittlich niedrigen Lebensarbeitseinkommen zurückzuführen ist. Dabei macht die Studie durchaus Hoffnung auf Besserung. Es zeigt sich: Frauen wären eigentlich die besseren Finanzmanager für den Ruhestand, denn ihr Ausblick auf die Bedürfnisse im Alter ist realistischer.

Aber: Frauen priorisieren ihre eigene Einkommenssituation in den verschiedenen Lebensphasen nicht ausreichend. Wie die Umfrage zeigt, beschäftigen sich Frauen intuitiver mit ihrer Altersvorsorge, während sich Männer mehr mit den Details beschäftigen. So haben 56 Prozent der Frauen ihre Altersversorgung noch nicht durchgerechnet, aber nur 42 Prozent der Männer.


… Versorgungsansprüche meist nicht durchgerechnet

Nach Lebensalter untergliedert zeigen sich die Frauen im Schnitt rund 10 Prozentpunkte schlechter informiert als ihre männlichen Kollegen gleichen Alters. Selbst in den letzten maximal fünf Jahren vor Renteneintritt haben mehr als vier von zehn Frauen ihre Versorgungsansprüche immer noch nicht durchgerechnet (Männer: 26 Prozent). Beides sei unverständlich, müssten beide Geschlechter ab Rentenbeginn doch im Schnitt noch 15 bis 20 Jahre finanziell über die Runden kommen.

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