Altersvorsorge: Die Hälfte der Deutschen fühlt sich schlecht abgesichert

Anne Hünninghaus Vorsorgekonzepte Versicherungen Berater

Vor allem Arbeiter bangen um ihre Versorgung im Alter, zeigt eine aktuelle Umfrage. Diese verrät auch, warum die Motivation zur privaten Absicherung trotz der Ängste gering ist.

Berufswahl und Familienplanung sind entscheidende Kriterien dafür, wie gut sich die Deutschen fürs Alter aufgestellt fühlen.

Berufswahl und Familienplanung sind entscheidende Kriterien dafür, wie gut sich die Deutschen fürs Alter aufgestellt fühlen. Bild: Adobe Stock/blende40

Diese Zahlen sollten Beratern zu denken geben: Nur 50,2 Prozent der Deutschen sehen sich mit Blick auf die zu erwartende Rente und die eigene private Altersvorsorge gut aufgestellt. Das ist das Ergebnis einer Civey-Studie, für die das Institut 5.000 Personen befragt hat. Nur 15 Prozent der Bundesbürger planen jedoch in eine weitere private Altersvorsorge zu investieren.

Berufswahl und Familienplanung sind entscheidende Kriterien

Wie gut man sich finanziell fürs Alter gewappnet fühlt, hängt insbesondere von zwei Faktoren ab. Zum einen ist das die berufliche Stellung. So schätzt lediglich jeder dritte Arbeiter seine Rente als ausreichend ein, während drei Viertel der Beamten ihrem Lebensabend entspannt entgegenblicken. Von den Angestellten sehen sich 44 Prozent ausreichend abgesichert, bei den leitenden Angestellten ist es exakt die Hälfte. Beim Bildungsgrad der Befragten offenbaren sich hingegen kaum Unterschiede.

Der zweite große Faktor ist laut der Studie die eigene Familienplanung. Befragte mit Kindern im eigenen Haushalt gaben deutlich seltener an, für ihr Alter genügend Vorkehrungen getroffen zu haben. Von ihnen sagten dies knapp 41 Prozent, bei den Kinderlosen vertrauen 53 Prozent auf die getroffenen Maßnahmen für den Ruhestand. Wenig überraschend sind die Differenzen nach Geschlecht: Männer sehen mit 57 Prozent mehrheitlich ihre Altersvorsorge als genügend an, unter den Frauen sind es nur knapp 44 Prozent.

Unter-40-Jährige stehen Anbietern skeptisch gegenüber

Eigentlich könnten diese Zahlen nun also darauf schließen lassen, dass ein hoher Bedarf nach privaten Vorsorgeprodukten besteht. Doch die Bereitschaft, in private Vorsogeprodukte zu investieren, ist eingeschränkt. Nur 15 Prozent der Deutschen über 18 Jahren planen Maßnahmen wie den Abschluss einer Renten- und Lebensversicherung für sich und ihre Familien ein. 

Frappierend ist der Unwille zur Investition in den eigenen Lebensabend besonders bei der jungen Zielgruppe. Obwohl sich mehr als 60 Prozent der Unter-30-Jährigen nicht ausreichend fürs Alter abgesichert fühlen, plant nur jeder Dritte private Vorsorge ein. Der Grund dafür besteht laut der Umfrage vor allem im Misstrauen gegenüber den Anbietern (40 Prozent), fehlendem finanziellen  Spielraum (27 Prozent) und dem wahrgenommenen Mangel an attraktiven Angeboten (21 Prozent). Die gleichen Aspekte treffen auch auf die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen zu, sofern sie sich nicht schon ausreichend abgesichert fühlen.

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