484.000 Verträge: One profitiert von Maklerfokussierung

Martin Thaler Digital Versicherungen Corona

Der Digitalversicherer hatte Mitte 2019 seine Vertriebsstrategie auf Makler ausgerichtet. Die Geschäftszahlen bestätigen das Unternehmen in ihrer Entscheidung, auch wenn Corona erste Spuren hinterlässt.

Oliver Lang

Konnte die Kundenzahl merklich steigern: One-CEO Oliver Lang. Bild: One

Vor etwas mehr als sechs Jahren machten sich die ersten InsurTech-Unternehmen auf, die Versicherungsbranche aufzumischen. Dass dieses Vorhaben nicht immer von Erfolg gekrönt war, konnten Branchenbeobachter erst vor Kurzem beobachten, als der Maklerpool blau direkt den Vertragsbestand des einstigen Digitalmaklers Knip aufkaufte. Auch viele der anderen Start-ups der ersten Welle änderten mit der Zeit ihr Geschäftsmodell, um am Markt weiter bestehen zu können.  

Die nächste InsurTech-Welle begnügte sich hingegen nicht damit, ihren Kunden „nur“ einen digitalen Versicherungsordner zu bieten. Sie positionierten sich als Digitalversicherer, bei denen die Kunden bequem und günstig Versicherungsprodukte erwerben konnten – so zumindest das gängige Werbeversprechen.   Während Unternehmen wie Coya dabei auf einen reinen Online-Vertrieb setzen, hebt sich der Versicherer One aus der Reihe seiner Konkurrenten hervor: Der zur wefox-Gruppe gehörende digitale Sachversicherer hat sich eindeutig für den Vertriebskanal Makler ausgesprochen – und scheint damit sehr gut zu fahren, wie die nun veröffentlichten Geschäftszahlen für das vergangene Jahr offenbaren.  

280.000 Kunden gewonnen

Bis heute hatte One insgesamt 280.000 Kunden gewinnen können, die insgesamt 484.000 Hausrat- und Haftpflichtverträge bei One abgeschlossen hatten. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber Ende 2018, als der Digitalversicherer noch 64.000 Policen betreute. Nach eigenen Angaben war One im zweiten Halbjahr 2019 die Versicherung, die in Deutschland am meisten neue Privathaftpflicht- und Hausratversicherungen dazugewonnen hat.  

Insgesamt erwirtschaftete One im vergangenen Jahr Prämieneinnahmen in Höhe von knapp 6,6 Millionen Euro – 2018 waren es lediglich rund 660.000 Euro gewesen. Die verdienten Nettoprämien (nach Abzug der Rückversicherung) wuchsen von 250.000 auf 4,3 Millionen Euro.  

„Diese hervorragenden Ergebnisse wurden durch einige wichtige Entscheidungen ermöglicht. Eine zentrale Entscheidung war der Fokus auf den Makler-Vertriebskanal“, erklärten CEO Oliver Lang und Verwaltungsratspräsident Dr. Alexander Ospelt im aktuellen Geschäftsbericht. So habe man im vergangenen Jahr seine Produkte und Prozesse stark auf Makler ausgerichtet, was diese offenbar zu honorieren scheinen. Im vergangenen Jahr haben sich nach Angaben des Unternehmens mehr als 2.500 Makler direkt an One angebunden. „Die Zusammenarbeit mit diesen Maklern hat das starke Wachstum der One Versicherung AG bei sehr geringer Schadenquote ermöglicht“, heißt es weiter im Geschäftsbericht.  

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