4 Schadensbeispiele: Wann ist der Hausrat versichert, wann nicht?

Martin Thaler Berater Recht & Haftung Top News

Eine Hausratversicherung ist in den meisten Haushalten vorhanden. Dennoch wird nicht immer jeder Schaden auch übernommen. Im Streitfall wird oftmals der Ombudsmann hinzugezogen. Mit welchen Fragestellungen dieser konfrontiert wurde, zeigen die folgenden 4 Schadensbeispiele.

Vor allem nach Einbrüchen kann es zum Streit zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer kommen.

Vor allem nach Einbrüchen kann es zum Streit zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer kommen. Bild: Adobe Stock/ Robert Kneschke

Die Hausratversicherung gehört in Deutschland zu den am meisten verbreiteten Versicherungen. In insgesamt 11,27 Millionen der 16,81 Millionen deutschen Haushalte schützen deren Besitzer ihr Hab und Gut vor Feuer, Einbruch oder Leitungswasserschäden. Prozentual ergibt sich hieraus eine Versicherungsdichte von 67,1 Prozent - lediglich die Haftpflichtversicherung findet sich laut Daten des Versichererverbands GDV in noch mehr Haushalten.

Angesichts der hohen Verbreitung liest sich die Zahl der beim Versicherungsombudsmann eingegangenen Beschwerden sehr positiv. Gerade einmal 659 zulässige Beschwerden zur Hausrat-, Glas- und Inhaltsversicherung erreichten den Ombudsmann im vergangenen Jahr - das entspricht einem Rückgang von 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (818 Beschwerden).

Gemessen am Gesamtaufkommen an Beschwerden entfielen auf die Hausratversicherung insgesamt 5,1 Prozent (Vorjahr: 5,8 Prozent). Der Großteil der Beschwerden entfiel dabei auf die Schadensregulierung. Besonders strittig sei dabei laut Ombudsmannbericht die Frage, ob der Versicherungsnehmer den gemeldeten Versicherungsfall hinreichend beweisen konnte.

Schadenhöhe sorgt für Ärger

Besonders problematisch ist dies bei Einbrüchen. Wenn die Einbrecher keine Spuren hinterlassen und der Diebstahl erst im Nachhinein festgestellt wird, stehe der Versicherungsnehmer oftmals in der Beweisnot. Auch der Nachweis der konkreten Schadenhöhe sorgt zwischen Versicherer und Versicherungsnhemer oftmals für Streitigkeiten - jede sechste eingegangene Beschwerde beim Ombudsmann drehte sich um dieses Thema. Die Belegung des entstandenen Schadens wird insbesondere dann schwierig, wenn der Kauf des gestohlenen bzw. beschädigten Eigentums lange zurückliegt, geerbt oder verschenkt wurde und dementsprechend kein Beleg mehr aufzufinden ist.

Der Ombudsmann berichtete darüber hinaus über eine Praktik einiger weniger Versicherer, die unter Versicherungsnehmern zunehmend für Ärger sorgte. Sofern der Versicherungsnehmer keinen Kaufbeleg für die entwendeten Sachen vorlegen konnte, zogen die Versicherer von den genannten bzw. geschätzten Kaufpreisen pauschal 25, 30 oder 40 Prozent als sogenannte "Schätzungsabzüge" ab. Manche Versicherer reduzierten die ausgezahlten Summe darüber hinaus um zusätzliche 19 Prozent, da eine tatsächliche Zahlung der Mehrwertsteuer nicht nachgewiesen werden konnte. Grundlage hierfür ist eine entsprechende Klausel in den Bedingungen.

Doch auch andere Streitigkeiten beschäftigten den Ombudsmann im vergangenen Jahr. Wie seine Entscheidungen in diesen ausfallen, illustrieren die folgenden vier Beispielfälle in der untenstehenden Bilderstrecke.

Hausrat-Schadenbeispiele: Wie hätten Sie entschieden?

Räuberischer Affe
Im Urlaub auf Bali hatte ein Affe einer Frau die Brille vom Kopf gerissen. Beim Versuch, dem Primaten die Brille wieder zu entwenden, fletschte das Tier die Zähne und fauchte. Die Frau stellte ihre Wiedererlangungsversuche daraufhin ein und musste ansehen, wie der Affe ihre Brille zerstörte. Entgegen der Deutung der Frau erkannte ihre Hausratversicherung in der Entwendung der Sehhilfe keinen versicherten Raub und zahlte der Frau nur einen Kulanzbetrag, den diese aber als zu gering betrachtete. Auch der Ombudsmann konnte im vorliegenden Fall keinen Leistungsanspruch des Versicherers erkennen. Die Versicherungsbedingungen forderten zwar nicht im Wortlaut, dass ein versicherter Raub durch einen Menschen zu erfolgen habe, allerdings ergebe sich dies aus dem erkennbaren Sinnzusammenhang. Dafür spreche der Begriff, der im Strafrecht, das ausschließlich menschliches Verhalten sanktioniere, vorkommt. Laut Versicherungsbedingungen muss der Versicherungsnehmer einen Raub zudem bei der Polizei anzeigen. Bei einer Entwendung von Sachen durch ein Tier sei diese Bedingung sinnwidrig. Bild: Adobe Stock/ Uryadnikov Sergey
 
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