Wichtige Tipps für die BU-Beratung: Darum wird die Psyche immer wichtiger

Arbeitskraftabsicherung Berater Top News von Alexander Meurer

„Eine BU-Versicherung brauche ich nicht, ich arbeite schließlich im Büro“. Häufig lehnen Kunden eine AK-Absicherung mit diesem Argument ab. Dabei sind psychische Probleme bereits jetzt BU-Ursache Nummer 1. Warum der Faktor Psyche immer wichtiger wird – und wie Sie Ihr Kundengespräch effektiv führen können.

Warum die Psyche immer häufiger zur BU führt – und wie Sie richtig beraten.

Warum die Psyche immer häufiger zur BU führt – und wie Sie richtig beraten. Bild: Adobe Stock/nenetus

Dass psychische Erkrankungen wie Burn-Out oder Depressionen mittlerweile die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit sind, ist hinlänglich bekannt. Nach einem BU-Report der Swiss Life hängen 37 Prozent aller BU-Fälle mit der Psyche zusammen. Erkrankungen des Bewegungsapparates sind mit 24 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Unfällen (14 Prozent), Krebs und Herzerkrankungen (jeweils 8 Prozent). Die Analyse aus den eigenen Kundendaten des Versicherers spiegelt sich auch in den Zahlen der Rentenversicherung des Bundes wider. Zwar stiegen die Zahlen der bewilligten stationären Rehabilitationen im letzten Jahrzehnt um etwa 40 Prozent – einen Einfluss auf diese Zahlen dürften aber auch verbesserte Diagnostikverfahren genommen haben. So würden Leiden wie Depression und Burn-out oft besser und früher erkannt.

Wie kam es dazu?

Bereits 2015 stellte das Robert Koch Institut in dessen Gesundheitsbericht die zunehmende Relevanz von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz fest: Sich laufend ändernde Arbeits- und Sozialbeziehungen verlangen den modernen Arbeitnehmern hohe Anpassungsleistungen ab. Insofern werden soziale und kommunikative Kompetenzen wichtiger. Immer mehr Beschäftigte arbeiten außerdem über ihre Arbeitszeit hinaus und sind per Mail, SMS oder Messenger-Dienste erreichbar, was dazu führt, dass die Grenze zwischen Beruf und Privatleben verschwimmt. Laut dem Bericht der Bundesregierung zum Stand von „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ können nur rund ein Drittel der Arbeitnehmer, die ständig erreichbar sein müssen, in ihrer Freizeit auch wirklich abschalten. Selbst Beschäftigte, bei denen dies nicht der Fall ist, sind davon betroffen: Etwa die Hälfte denkt in der Freizeit nicht zwingend an die Arbeit.

Ein aktueller Report des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) fördert ebenfalls beunruhigende Entwicklungen zutage: So arbeiten mehr als 50 Prozent aller deutschen Beschäftigten unter hohem Zeitdruck. Jeder vierte Befragte gab an, dass die geforderte Arbeitsmenge in der dafür vorgegebenen Zeit nicht zu bewältigen ist. In Folge dessen verkürzen die Betroffenen ihre Pausen, fühlen sich nach der Arbeit oft erschöpft und schätzen ihren Gesundheitszustand schlechter ein als bei anderen Beschäftigten.

Tipps für die BU-Beratung

Gerade in Ländern mit mittlerem oder hohem Einkommen gelten psychische Erkrankungen weltweit als Hauptursache für Krankschreibungen. Dabei handelt es sich um eine Tatsache, die im Rahmen einer umfassenden BU-Beratung unbedingt angesprochen gehört. Und hier beginnt oft auch schon das Problem: Da es sich bei der Berufsunfähigkeit um ein denkbar sensibles Thema handelt, stoßen Makler damit immer wieder auf taube Ohren. Sie haben sicherlich schon Sätze wie „Ich arbeite doch im Büro, was soll da schon passieren?“ gehört. Wenn Sie dann anfangen, über die steigende Relevanz psychischer Erkrankungen zu sprechen, machen viele Kunden endgültig dicht und nehmen eine abwehrende Haltung ein.

Natürlich müssen Sie jedoch Ihrer Beratungspflicht nachkommen – und schließlich wollen Sie letzten Endes auch nur das Beste für Ihre Kunden. In diesem Zusammenhang seien Ihnen an dieser Stelle zwei brandaktuelle procontra-Interviews mit Roland Löscher und Alexander Hellmich wärmstens ans Herz gelegt! Darin lernen Sie nicht nur die Probleme kennen, mit denen Sie in einer BU-Beratung oft zu tun haben werden – Sie erhalten darüber hinaus wertvolle Tipps, die direkt aus der Vertriebspraxis des Biometrie-Verkaufs stammen.

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