Warenkreditversicherung: Was Makler in der Krise wissen sollten

Corona Berater Top News von Carla Fritz

 

Schon vor der Pandemie gingen die Analysten von Euler Hermes im Vergleich zu 2019 von steigenden Insolvenzen aus – weltweit und in Deutschland. Corona wirke in manchen Branchen wie ein „Katalysator für bereits bestehende Probleme wie Strukturwandel, hoher Verschuldungsgrad, Wettbewerbs- und Margendruck“, sagt Kolb und verweist beispielhaft auf Automobilindustrie und textilen Einzelhandel. Schnelles Verfallsdatum insofern dann auch von Prognosen: Aktuell rechnet Euler Hermes hierzulande mit einer Zunahme der Insolvenzen um zehn Prozent im laufenden Jahr statt ursprünglich drei Prozent.  

Auch von Frank Ottos Kunden könnten einige kippen, die er zuvor schon kritisch gesehen hat. Wenig Hoffnung gibt es etwa für einen Textilgroßhändler mit einem Umsatzeinbruch von 80 bis 90 Prozent. Neben der Textilbranche sei teils auch der Maschinenbau betroffen. „Doch Maschinenbauer leben nicht von der Hand in den Mund. Sie sind relativ finanzstark – jedenfalls die, die wir kennen.“ Handelsbetriebe – zumal im textilen Bereich – seien oft finanziell schwächer ausgestattet und bräuchten ständig Liquidität, nicht anders als in der Gastronomie.  

„Je exportlastiger, je internationaler, je konjunkturabhängiger, desto Corona“, auf diese Formel bringt der Verband der Internationalen Kreditmakler BARDO die besonders hohe Gefährdung von Automobilindustrie, Messen und Konferenzen, Veranstaltern und Dienstleistern.  

Zwei Seiten einer Medaille  

Auf der anderen Seite gibt es aber beispielsweise auch die Firmenkundin, die Kinderspielzeug herstellt und online vertreibt und jetzt höhere Deckungszusagen braucht: „Das lief vorher schon gut. Jetzt boomt es regelrecht“, so Frank Otto. Homeoffice, Kita- und Schulschließung darf man von dieser Warte her ausnahmsweise einmal anders sehen.  

Auch Firmen im Computerbereich könnten seiner Einschätzung möglicherweise zu den Gewinnern zählen, „wenn sie jetzt durcharbeiten können“. Bei Lieferzeiten von bis zu acht Wochen ordern Computergroßhändler gegen Aufschlag derzeit große Stückzahlen, um überhaupt Waren zu haben, weiß er aus Kundengesprächen. Von Handy-Großhändlern hört er: Umsatz nur leicht zurückgegangen. Wir verkaufen weiter und werden das gut überleben.  

Weitergearbeitet wird auch im Bauzuliefererbereich, „weil die Nachfrage ungebrochen ist“, was sich für Kreditversicherungsmakler wie Frank Otto auch in den Verhandlungen mit den Gesellschaften bemerkbar macht. Es gibt bezüglich der Baubranche weniger Diskussionen über Prämienerhöhungen wegen überzogener Schadenquoten, die sich noch an Werten aus der Vor-Pandemie-Zeit orientieren. Man sei froh, diese Firmen zu haben.  

Im Windschatten von Corona relativiert sich eben auch manches. Anderes erhält mehr Gewicht. Dazu zählt Factoring. Auch Firmenkunden des Fachmaklers nutzen in der gegenwärtigen Situation dieses Instrument zusammen mit der Warenkreditversicherung verstärkt, um Liquidität zu schöpfen. Ein Thema, das in der Firmenberatung auch alternativ angesprochen werden sollte und möglicherweise auch für Makler selbst in schwierigen Zeiten eine geschäftliche Hilfe darstellen kann.

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