Videoberatung: Welche Tools wie punkten können

Florian Burghardt Berater Digital Top News

Die zuletzt genannte Möglichkeit bieten nicht alle Tools, die für Makler in Frage kommen. In einem Vergleich von sieben Videoberatungs-Softwares durch das Portal Finanzen.de boten nur die Programme Flexperto und Snapview eine elektronische Unterschrift an. Beide ermöglichen während dem Video-Gespräch unter anderem die gemeinsame Nutzung eines Whiteboards, etwa für Skizzen und sind zudem ohne Installation einer Software nutzbar (siehe Tabelle).  

Flexperto können zum Beispiel die an den Maklerpool BCA angeschlossenen Vermittler nutzen. BCA-Chef Rolf Schünemann lobte gegenüber procontra, dass über das Tool die komplette Beratungsstrecke inklusive rechtssicherem Beratungsprotokoll per Videochat durchgeführt werden kann.

Schünemann ist offenbar nicht der einzige zufriedene Kunde. „Wir verzeichnen einen starken Anstieg der Online-Nutzung um teilweise bis zu 2.000 Prozent pro Monat“, erklärte Felix Anthonj, CEO der Flexperto GmbH, auf procontra-Nachfrage. Auch beim Mitbewerber Snapview verzeichnet man eine stark steigende Nachfrage. „Verbreitung und Nutzung der Videoberatung sind in den letzten Wochen förmlich explodiert und der Trend hält an. War früher die Videoberatung ein optionaler Zusatzkanal, ist sie nun geschäftskritisch“, meint Mark Zondler, Geschäftsführer der Snapview GmbH. Ihm sei zudem kaum ein Versicherer bekannt, der sich gegenwärtig nicht mit dem Thema beschäftige oder es bereits umsetze.

Maklerpools setzen vermehrt auf Bridge

Im Test von Finanzen.de nicht enthalten ist das in der Versicherungsbranche beliebte Programm Bridge. Dabei erfüllt es wie auch Flexperto und Snapview alle für Vermittler relevanten Kriterien. Unter anderem die Maklerpools aruna, Fonds Finanz und SDV setzen auf das Produkt des Dresdener Herstellers.

„Mit Bridge ist eine umfassende Kundenberatung ohne Medienbrüche abgebildet: Hinterlegung von Beratungsleitfäden, Interaktivität mit dem Kunden, inklusive anpassbaren Formularen, digitaler Unterschrift und – in unserer Lizenz – Basis Finanzanalyse nach DIN 77230. Der ganze Beratungsvorgang wird zudem automatisch dokumentiert und steht damit sofort unterschriftsreif zu Verfügung“, so Christopher Kluwe von aruna. Der Berliner Maklerpool stellt das Tool all seinen aktiven Vertriebspartnern für zwei Jahre kostenlos zur Verfügung. Ähnlich handhabt es Fonds Finanz (für 12 Monate kostenfrei seit Ende März). Als echtes Highlight von Bridge bezeichnet Norbert Porazik die bald verfügbare, integrierbare Schnittstelle zum Maklerpool-eigenen AkquiseCenter. „Dadurch können unsere Vermittler während der Online-Beratung direkt auf die Daten ihrer Kunden zugreifen und diese verwalten“, so der Fonds-Finanz-Chef gegenüber procontra.

Beim Hersteller Bridge ITS GmbH verzeichnet man ebenfalls stark steigendes Wachstum. Dabei bemüht man sich, den Anforderungen gerecht zu werden, auch aus der Versicherungsbranche. Ein Sprecher betonte auf procontra-Nachfrage: „Potenzielle Kunden, die die Digitalisierung bislang aufgeschoben haben, kommen jetzt mit dem Wunsch einer möglichst kurzfristig realisierbaren Lösung auf uns zu.“

Seite 1: Corona beschleunigt Maklers Digitalisierung
Seite 2: 8 Tools für Videoberatung im Vergleich