Risikofaktor Übergewicht: Hier leben die meisten Fettleibigen

Florian Burghardt Corona Berater

Übergewicht ist ein wachsendes Gesundheitsproblem der Deutschen und bringt zudem Nachteile beim Versicherungsschutz. Eine Auswertung zeigt nun, wo die meisten Fettleibigen leben. Die Corona-Krise könnte das Problem zudem noch vergrößern.

Starkes Übergewicht ist ungesund und bringt Nachteile beim Versicherungsschutz.

Starkes Übergewicht ist ungesund und bringt Nachteile beim Versicherungsschutz. Bild: Adobe Stock/Kurhan

Übergewicht ist in Deutschland sowie in vielen anderen westlichen Ländern seit Jahren ein großes Problem. Die Rede ist allerdings nicht von ein paar Pfunden, zu viel sondern von Fettleibigkeit (Adipositas). Diese und ihre Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Leiden und andere sind für eine Vielzahl von Todesfällen verantwortlich. Zudem fördern sie Berufsunfähigkeit und schränken teilweise auch Freizeit- und Reisemöglichkeiten ein.

Dass sich dieses Problem in den Jahren zwischen 2008 und 2018 noch verschlimmert hat, belegt nun eine Studie der KKH Kaufmännische Krankenkasse. So hat im genannten Zeitraum der Anteil unter den 1,7 Millionen Versicherten der KKH, denen Adipositas ärztlich diagnostiziert wurde, um 36 Prozent zugenommen. Rund jeder zehnte Versicherte ist davon betroffen, Frauen (12,1 Prozent aller KKH-Versicherten) dabei deutlich häufiger als Männer (8,7 Prozent). Zudem steigt, laut der Auswertung, der Anteil der Fettleibigen mit dem Alter. Bei den 65- bis 79-Jährigen liegt der Anteil bei 17,8 Prozent. Bei den ab 80-Jährigen liegt er dann wieder niedriger (12,6 Prozent), allerdings seit Jahren mit stark steigender Tendenz, so die Studienautoren.

Nachteile beim Versicherungsschutz

Das starke Übergewicht bringt auch konkrete Beeinträchtigungen der Menschen beim Abschluss von Versicherungen mit sich. Bei biometrischen Risiken mit Gesundheitsfragen, beispielsweise der Berufsunfähigkeits- oder der Risikolebensversicherung, kostet aufgrund von Risikozuschlägen quasi jedes Kilo Geld. Hier sind konkrete Zahlen rar.

Wer aber zum Beispiel 20 Prozent über Normalgewicht liegt, also mit 1,70 Meter Körpergröße etwa 105 Kilogramm, muss bei vielen Anbietern mit Beitragszuschlägen zwischen 10 und 30 Prozent rechnen. Bei zu viel Übergewicht kann es auch sein, dass der Antrag komplett abgelehnt wird.

Corona fördert Fettleibigkeit

Die KKH hat auch den Anteil ihrer fettleibigen Versicherten in den Bundesländern ermittelt. Die meisten gibt es demnach in Mecklenburg-Vorpommern (14,2 Prozent). Über dem bundesweiten Durchschnitt von 10,6 Prozent liegen außerdem noch Sachsen-Anhalt (13,7 Prozent), Brandenburg (12,3 Prozent), Sachsen (12 Prozent), Berlin (11,8 Prozent), Thüringen (11,7 Prozent) und Niedersachsen (11,3 Prozent). Die wenigsten KKH-Versicherten mit Adipositas gibt es in Hamburg (8,6 Prozent).

Bei der Krankenkasse macht man sich zudem auch Sorgen, dass die Corona-Krise viele Betroffene in ihrer Heilung zurückwerfen könnte. Dazu würde die Ausgangsbeschränkungen und das Social Distancing beitragen. „Vor allem Menschen, die sich vor der Corona-Krise gerade erst für eine Umstellung ihrer Lebensweise entschieden haben, es gerade erst geschafft haben, Bewegung und gesunde Ernährung in ihren Alltag zu integrieren, könnten einen Rückfall erleiden. Denn wer erst kurz vor der Krise eine soziale Gruppe gefunden hat, die ihn beim Training oder bei der Umstellung der Ernährung unterstützt, wird große Mühe haben, das Ganze zu reaktivieren, sobald Sportstätten wieder geöffnet und Gruppenaktivitäten wieder möglich sind. Das gilt besonders für ältere Menschen, die sich nicht mehr so schnell umstellen können“, so die Einschätzung der Studienautoren.

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