Rating: Das sind die besten Telematik-Tarife

Anne Hünninghaus Berater Top News Versicherungen

Aufgrund von teils mangelnder Fairness und Transparenz stehen Telematik-Policen bei vielen Maklern und Kunden in der Kritik. Ein aktuelles Rating soll nun Orientierung bieten, welche Anbieter die besten Rabatte liefern.

Welche Telematik-Tarife lohnen sich?

Rating: Welche Telematik-Tarife lohnen sich? Bild: Adobe Stock/maho

Telematik-Tarife werden schon seit einiger Zeit als nächster großer Trend im Kfz-Bereich gehandelt. Das Kölner Analyse-Haus Assekurata hat nun erstmals die Angebote von sieben Versicherern in dieser Sparte untersucht, um die Orientierung in dem noch jungen Markt zu erleichtern. Bisher ist eine Vergleichbarkeit nämlich schwierig, da die Leistungsversprechen der Versicherer sich teils deutlich voneinander unterscheiden.  

Zweimal "sehr gut"

Zwei der sieben untersuchten Angebote wurden mit Bestnoten ausgezeichnet. Der Tarif „Telematik Plus“ der HUK Coburg/HUK24 stach dem Rating zufolge besonders durch Transparenz hervor. Der Vorteil: Hier würden einzelne Fahrfehler, zum Beispiel abruptes Bremsen in einer Gefahrensituation, den Score nicht entscheidend beeinflussen. Statt solche Ereignisse abzustrafen, kommt es auf ein generell umsichtiges Fahren in Summe an, um Rabatte zu erzielen, so die Analyse.

Ebenfalls mit „sehr gut“ bewertete Assekurata den Tarif „BonusDrive“ der Allianz. Hier lobte die Rating-Agentur besonders das hinterlegte Kartenmaterial und die Möglichkeit, Fahrten auch bei Aussetzen des GPS-Signals weiter aufzuzeichnen.

 

UnternehmenTarifNote
HUK-Coburg/HUK24Telematik Plus1,4 (sehr gut)
Allianz VersicherungBonusDrive1,5 (sehr gut)
VHV Allgemeine VersicherungTelematik-Garant2,1 (gut)
ERGO VersicherungSaveDrive2,4 (gut)
Generali DeutschlandTelematik2,5 (gut)
HDI VersicherungDiamondDrive3,2 (befriedigend)
Cosmos VersicherungBetterDrive3,9 (ausreichend)

Quelle: Assekurata. Der Tarif "DiamondDrive" wurde inzwischen eingestellt, die Tarife "SaveDrive" und "BetterDrive" sind nur für junge Fahrer unter 29 bzz. 25 Jahren.

Gerade, was Rabatte und Messkriterien für das Fahrverhalten betrifft, ist der Markt heterogen, wie die Analyse zeigt. So versuchen manche Anbieter Neukunden damit zu ködern, dass sie Startboni von bis zu 10 Prozent versprechen.

Insgesamt am meisten verbreitet ist das Stufenmodell, in dem Rabatte an bestimmte Schwellenwerte geknüpft sind, die über- oder unterschritten werden müssen. Die HUK-Gesellschaften und die VHV setzen hingegen auf ein Kurvenmodell: Mit dem Sammeln von Punkten erreicht der Versicherte Stück für Stück eine prozentual höhere Rabattierung - und wird damit mitunter besonders früh für vorbildliches Fahrverhalten belohnt. Allerdings werden die Rabatte bei diesen Tarifen erst mit dem Folgebeitrag des nächsten Jahres verrechnet. Andere Anbieter zahlen sie direkt an den Kunden aus.

Es mangelt noch immer an Transparenz

Insgesamt informieren die Anbieter allerdings recht spärlich darüber, wie die Algorithmen, anhand derer die Punktezahl ermittelt wird, funktionieren, so die Kritik der Rating-Agentur. Damit ist eine vollständige Transparenz, wer wie in welcher Form rabattiert wird, in den meisten Tarifen nicht gegeben.

Makler blicken schon länger skeptisch auf die Undurchsichtigkeit vieler Telematik-Policen. Auch die technische Fehleranfälligkeit und mangelnde Fairness, zum Beipiel dadurch, dass ein einzelnes Fahrereignis überbewertet wird, machen die Tarife bei Vermittlern wie Kunden teils unbeliebt.

Dennoch ist die Zahl potenzieller Telematik-Kunden anscheinend hoch: Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Sirius Campus halten es 10 Prozent der 1.979 befragten Kfz-Versicherungsnehmer für wahrscheinlich, eine Telematik-basierte Kfz-Police erstmals oder erneut abzuschließen.

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