OIFs: Anlage-Leuchttürme in der Corona-Krise?

Florian Burghardt Investmentfonds

Offene Immobilienfonds überstanden das erste Quartal 2020 besser als viele andere Assetklassen. Eine Neuauflage von BNP Paribas versprüht bereits Optimismus. Dabei lässt das zweite Quartal für OIF-Anleger deutlich schlechtere Zahlen vermuten.

Ob Offene Immobilienfonds in der Coronakrise wirklich als Anleger-Leuchttürme fungieren, dürfte sich erst nach dem anspruchsvollen zweiten Quartal zeigen.

Ob Offene Immobilienfonds in der Coronakrise wirklich als Anleger-Leuchttürme fungieren, dürfte sich erst nach dem anspruchsvollen zweiten Quartal zeigen. Bild: Pixabay

Die Corona-Krise hat in den vergangenen Wochen Anleger in mehreren Assetklassen hart getroffen, vor allem im Aktien- und Fondsbereich. Hier setzten nicht wenige Menschen auf den frühzeitigen Verkauf ihrer Anteile, um ihre Verluste in Grenzen zu halten. Das belegt die Quartalsauswertung des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) für die Monate Januar bis einschließlich März 2020.

Zwar flossen den Fondsgesellschaften in diesem Zeitraum immer noch netto 24,1 Milliarden Euro neues Geld zu. Dafür waren aber ganz überwiegend die neuen Mittel aus offenen Spezialfonds verantwortlich. Ihnen steht im Bereich der offenen Publikumsfonds ein Mittelabzug in Höhe von 13,9 Milliarden Euro gegenüber – das defizitärste Quartal der letzten drei Jahre. Allein bei den Aktienfonds nahmen Anleger 14 Milliarden Euro heraus. Auch in anderen Sparten der offenen Publikumsfonds wurde verkauft. Abgefedert wurden die Abflüsse eigentlich nur durch offene Immobilienfonds (OIFs), die das erste Quartal mit 3,9 Milliarden Euro neuem Geld abschließen konnten.

Immerhin knappe Rendite

Die Menschen stecken also auch während der Krise ihr Geld in OIFs. Macht sie das zu einer Art Anlage-Leuchttürme in Corona-Zeiten? Zumindest Performance-seitig steht noch ein Plus unter dem Strich. So konnte die Berliner Ratingagentur Scope im Vergleich von 16 offenen Immobilienpublikumsfonds einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 0,3 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres verzeichnen.

Nicht viel, aber immerhin wurden OIFs damit deutlich weniger hart von der Krise getroffen als andere Assetklassen. Laut Scope-Analyse konnte von 52 untersuchten Aktienfonds- und Mischfonds-Peergroups keine einzige das erste Quartal mit einer positiven Performance abschließen. Von 32 untersuchten Rentenfonds-Peergroups endeten 90 Prozent im Minus.

Neuer OIF legt los

Unter anderem die BNP Paribas Gruppe macht sich diese Entwicklung zu Nutze. Deren Investmentabteilung, die BNP Paribas Real Estate Investment Management (BNP Paribas REIM), legt für deutsche Privatanleger ab dem 02. Juni einen neuen OIF auf. Neben dem BNP-eigenen Vertriebsnetz können dann auch externe Vertriebspartner den neuen „BNP Paribas MacStone“ anbieten.

Die Investmentstrategie des Fonds zielt auf 3 „Megatrends“ als Wachstumstreiber der Zukunft: Die Digitalisierung, der demografische Wandel und der Wandel der Lebensstile. „Der Fonds erwirbt Immobilien, die von diesen Trends profitieren und aufgrund ihrer besonderen Zukunftsfähigkeit ein überdurchschnittliches Renditepotential aufweisen“, heißt es dazu von BNP Paribas REIM. Claus Thomas, CEO für das Deutschlandgeschäft, erklärt: „Offene Immobilienfonds sind aktuell bei Privatanlegern sehr beliebt. Zukünftige Vertriebspartner zeigen schon jetzt sehr großes Interesse an diesem Basisinvestment für Privatanleger.“

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