Langlebigkeitsrisiko – diese Fakten sollten Ihre Kunden kennen!

Vorsorgekonzepte Berater von Gerald Herde

Wir werden immer älter – was erfreulich ist. Doch mit der steigenden Lebenserwartung wächst auch der Zeitraum, der finanziell abgesichert werden muss. Dies müssen Vermittler ihren Kunden verständlich machen – wir helfen Ihnen dabei mit den wichtigsten Fakten der Altersforscher.

Wissenschaftler sehen unsere Lebenserwartung stark steigend.

Wissenschaftler sehen unsere Lebenserwartung stark steigend. Bild: Adobe Stock/Anatoliy Karlyuk

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass jemand, der heute geboren wird, im Schnitt 1.000 Jahre alt wird." Mit diesem Satz sorgte der britische Altersforscher Aubrey de Grey für großes Aufsehen. Mit ähnlichen Thesen, wenn auch nicht ganz so extremen Vorhersagen, steht er nicht allein.

Sven Voelpel, Professor für Betriebswirtschaftslehre der Jacobs Universität Bremen, sagte bei einer Fachveranstaltung für Gesundheit laut dem Berliner Tagesspiegel: „Mit Smartphones und anderen digitalen Techniken, mit denen sich Schritte, Herzschlag oder andere Körperfunktionen und Verhaltensweisen messen lassen, hätten Menschen heute ‚immense Möglichkeiten gegenzusteuern‘. So könne man drohenden Krankheiten nicht nur mit Medikamenten begegnen, sondern auch über Ernährungs- und Verhaltensänderungen vorbeugen.“ Daher erklärte er das Alter ganz einfach für „abgeschafft“.

Altersgrenze 120 Jahre – oder doch 1.000 Jahre?

So optimistisch sind allerdings nur wenige Experten. Die meisten Wissenschaftler sehen unsere Lebenserwartung eher pragmatisch, aber trotzdem stark steigend. Dafür steht beispielsweise Christoph Englert. Der Professor am Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena erklärte bereits vor drei Jahren in einem Interview mit dem Stern: „Ich bin überzeugt, dass es eine natürliche Obergrenze gibt. Für mich liegt sie bei 120 Jahren – plus, minus.“

In Deutschland trug vor allem der ehemalige Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher, mit seinem 2004 erschienenen Bestseller „Das Methusalem-Komplott“ zur Diskussion um das Langlebigkeitsrisiko bei. Denn er beschrieb, wie aus dem individuellen Schicksal des Alterns ein allgemeines und allgegenwärtiges Schicksal mit gewaltigen politischen und ökonomischen Ausmaßen entsteht. Denn die gesetzliche Rentenversicherung ist nicht auf die neue Dimension der Langlebigkeit vorbereitet. Und viele Menschen unterschätzen sie ebenfalls.

Dönerspieß statt Alterspyramide

Mit den finanziellen Folgen der steigenden Lebenserwartung muss sich daher insbesondere die Versicherungswirtschaft beschäftigen. Der Freiburger Finanzwissenschaftler und Politikberater Bernd Raffelhüschen sprach bei seinen Vorträgen vor Vermittlern schon vor 15 Jahren nicht mehr von einer Alterspyramide, sondern von einem Dönerspieß. Gemeint ist damit die große Anzahl alter Personen, die immer weniger jüngeren gegenübersteht.

Die Kaufkraft dieser älteren Zielgruppe ist überdurchschnittlich hoch. Sie ist sehr aktiv und genießt ihren Ruhestand, der häufig gar keiner ist. Ihre häufig gute finanzielle Situation führt dazu, dass sie nicht so preissensitiv ist wie die jüngere Generation. Sie fühlt sich weniger von Billigangeboten angezogen, insbesondere wenn diese aus dem Internet stammen. Ein Makler findet hier also ein großes Potenzial vor. Zumindest wenn er die Wünsche und Bedürfnisse der Generation 50plus berücksichtigt.

Flexible Qualitätsprodukte gefragt

Ältere Menschen achten eher auf die Qualität von Produkten. Ihre große Lebenserfahrung zeigt ihnen, dass es immer mal wieder zu einer unerwarteten Situation kommen kann. Daher sollte ein Versicherungsprodukt flexibel genug sein, um etwa auch während der Laufzeit dringend benötigte Entnahmen zu gestatten. Außerdem sollte es optimiert für die Erbschaft- und Schenkungsteuer sein. Denn viele wünschen sich für ihren eigenen Todesfall einen unkomplizierten Vermögensübergang auf ihre Hinterbliebenen ohne allzu hohe Abgaben. Am besten, die Angehörigen können schon zu Lebzeiten in den Vertrag einbezogen werden. Diese Möglichkeit sollte ihnen bei Vertragsabschluss angeboten werden.

Beliebt sind in dieser Altersgruppe vor allem Produkte, die einerseits sicher sind, dabei aber auch eine gute Rendite bieten. Denn die älteren Kunden haben noch Zeiten erlebt, in denen Festgelder und teilweise sogar klassische Lebensversicherungen hohe Verzinsungen boten. Heute sind derartige Kombinationen von Sicherheit und Wachstum besonders bei fondsgebundenen Produkten zu finden. Umso besser, wenn der Versicherer dabei mit renommierten Fondsgesellschaften zusammenarbeitet. Hiermit lässt sich bei anspruchsvollen Kunden gut punkten.

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