Huk-Coburg-Vorstand: „Corona wird Kfz-Prämien nicht nachhaltig senken“

Florian Burghardt Versicherungen

Aufgrund der Corona-Regeln wurde in den letzten Monaten deutlich weniger Auto gefahren, entsprechend gingen die Schäden zurück. Von sinkenden Prämien gehen die Kfz-Versicherer deshalb aber nicht aus. Woran das liegt, lesen Sie hier.

Glaubt nicht an nachhaltig sinkende Kfz-Prämien durch Corona: Dr. Jörg Rheinländer, Huk-Coburg-Vorstand für das Ressort Autoversicherung.

Glaubt nicht an nachhaltig sinkende Kfz-Prämien durch Corona: Dr. Jörg Rheinländer, Huk-Coburg-Vorstand für das Ressort Autoversicherung. Bild: Huk-Coburg

In den letzten drei Monaten wurde in Deutschland so wenig Auto gefahren wir schon lange nicht mehr. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, wurden umfangreiche Maßnahmen getroffen: Unter anderem Homeoffice, Home-Schooling und der Wegfall von Ausflugszielen sorgten für deutlich weniger Verkehr auf den Straßen. In der Folge verzeichneten die Kfz-Versicherer einen deutlichen Rückgang bei den gemeldeten Schäden. Gegenüber dem Versicherungsmonitor bezifferte Marktführer Huk-Coburg 30 bis 40 Prozent weniger Schäden im Monat April. Sofern die Corona-bedingten Schadeneinsparungen über das Jahr nicht wieder aufgefressen werden, will der fränkische Versicherer seine Kunden und Mitglieder finanziell daran beteiligen. Wie das genau aussehen soll, steht aber noch nicht fest.

Dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie das Prämienniveau in der Kfz-Versicherung absenken werden, davon geht man bei der Huk-Coburg offenbar nicht aus. „Corona hat zwar eine Delle im Unfallgeschehen hinterlassen, es wird meiner Meinung nach aber keinen nachhaltigen Prämienrückgang aufgrund von Corona geben, wenn die Welt wieder normal ist“, sagte Dr. Jörg Rheinländer, Huk-Coburg-Vorstand für das Ressort Autoversicherung, während einer Online-Konferenz des Software-Anbieters Emil auf procontra-Nachfrage.

Corona-Sondereffekt bringt wohl kein Schnäppchenjahr 2021

Rheinländer begründete dies damit, dass sich das Schadenaufkommen mittlerweile wieder im Normalbereich einpendele. Dazu kommen anscheinend noch andere Faktoren, durch die in Corona-Zeiten zwar nicht die Anzahl der Schäden steigt, jedoch aber die Höhe der Kosten pro Schaden. „Auf Grund von Corona rechnen wir mit einer Erhöhung des Schadenaufwandes durch längere Lieferfristen von Fahrzeugteilen beziehungsweise neuen Fahrzeugen. Dazu kommen personelle Engpässe bei den Werkstätten, die zu höheren Nutzungsausfall- beziehungsweise Mietwagenkosten führen können“, erklärte eine Allianz-Sprecherin auf procontra-Nachfrage.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie wirken also vielseitig auf die Kfz-Versicherung. Aller Voraussicht nach ist für 2021 aber kein Schnäppchenjahr zu erwarten. Warum das so ist, hat Dr. Guido Bader, Vorstand der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), für procontra erläutert: „Grundlage der Tarifkalkulation ist eine möglichst genaue und realistische Prognose des zukünftigen Schadenaufkommens für die zu versichernden Risiken.“ Entscheidend sei also, ob auch im kommenden Jahr weniger gefahren wird. Sollte es sich im aktuellen Jahr nur um einen Sondereffekt gehandelt haben, dürfte dieser kaum Einfluss auf die Prämien in 2021 haben, so Bader.

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