Grunderwerbssteuer: Bauherren fordern Entlastung

Florian Burghardt Sachwerte

Die geplante Teilung der Maklerprovision beim Immobilienkauf sei nicht genug, um die Verbraucher in der Corona-Krise zu entlasten. Nun werden auch Rufe nach einer Reform der Grunderwerbssteuer laut.

Um Häuslebauer in der Corona-Krise zu entlasten, soll nach der Maklerprovision auch die Grunderwerbssteuer angepackt werden, fordert der Bauherren-Schutzbund.

Um Häuslebauer in der Corona-Krise zu entlasten, soll nach der Maklerprovision auch die Grunderwerbssteuer angepackt werden, fordert der Bauherren-Schutzbund. Bild: Pixabay

In Folge der Corona-Krise schlägt der Bauherren-Schutzbund (BSB) eine Reform der Grunderwerbssteuer vor. „Eine Steuersenkung wäre ein wichtiges Signal, um gerade in Zeiten der Corona-Krise für Stabilität zu sorgen und Verbraucher beim Immobilienkauf besser zu unterstützen“, erläutert BSB-Geschäftsführer Florian Becker das Anliegen.

Die Grunderwerbssteuer ist eine Ländersteuer und liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Seit dem Jahr 2010 sind zudem in fast allen Bundesländern Erhöhungen des Steuersatzes erfolgt. „Die Länder haben durch die stetige Erhöhung der Grunderwerbssteuer deutlich vom Immobilienboom profitiert“, so Becker. Nun sei es an der Zeit, etwas zurückzugeben. Denn nur mit langfristigen Förderungen könne das Ziel erreicht werden, die Wohneigentumsquote zu erhöhen und somit neuen Wohnraum zu schaffen. Andernfalls, so der BSB-Chef, drohe die Gefahr, dass potenzielle Häuslebauer ihr Investitionsvorhaben auf unbestimmte Zeit verschieben müssten.

„Geteilte Maklerprovision ist nicht genug“

Grundsätzlich ist bei den Baunebenkosten schon eine Verbesserung für die Käufer in Sicht. Erst vor wenigen Tagen hat der Bundestag einen Gesetzentwurf verabschiedet, der zukünftig den Käuferanteil an der Maklerprovision auf maximal 50 Prozent deckeln soll. Doch beim BSB teilt man die Sorge, dass diese Maßnahme nur auf dem Papier eine Entlastung für die Käufer bringt. „Die Gefahr besteht, dass Verkäufer die zusätzlichen Kosten auf den Kaufpreis aufschlagen“, betont Becker.

Die Teilung der Maklerprovision ist also aus Sicht der Bauherren nicht genug. Mit einer gleichzeitigen Entlastung beim großen Baunebenkostenfaktor Grunderwerbssteuer könnte man den Belastungen aber entgegenwirken, die Verbrauchern Corona-bedingt beim Immobilienkauf entstehen. Durch die Krise, die unter anderem Kurzarbeit, Auftragsflaute und teilweise auch Insolvenzen und Entlassungen mit sich bringt, wirkt der Schritt zum Hauskauf teilweise riskanter. Für einige Menschen ist auch die Fortzahlung ihrer Darlehensraten in Gefahr. Allerdings bringt die Krise stellenweise auch sinkende Darlehenszinsen mit sich, die Häuslebauer bei der Kreditaufnahme oder Anschlussfinanzierung entlasten könnten.

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