Geteilte Maklerprovision: Wo der Immobilienkauf günstiger wird

Florian Burghardt Sachwerte

Beim Kauf einer Immobilie werden die Kosten für einen Makler voraussichtlich schon bald gesetzlich zu gleichen Teilen zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt. In einigen Bundesländern dürfte das eine Verbesserung für die Käufer bringen.

Die geplante Teilung der Maklerprovision würde für Immobilienkäufer in einigen Bundesländern Vergünstigungen bringen.

Die geplante Teilung der Maklerprovision würde für Immobilienkäufer in einigen Bundesländern Vergünstigungen bringen. Bild: Pixabay

Der Immobilienmarkt wird voraussichtlich weiter reformiert. Vergangene Woche hat der Bundestag einen Gesetzentwurf beschlossen, der eine 50:50-Teilung der Immobilienmaklercourtage beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung zum Ziel hat. Dem Vernehmen nach wird im Bundesrat kein großer Widerstand erwartet, so dass die Neuregelung schon gegen Ende des laufenden Jahres Anwendung finden könnte.

Die Bezahlung der Maklerprovision beim Immobilienerwerb ist in Deutschland bislang noch nicht gesetzlich geregelt. Anders als bei durch Makler vermittelte Vermietungen, bei denen das Bestellerprinzip gilt. Das heißt, dass die Partei den Makler bezahlt, die ihn beauftragt hat. In den meisten Fällen ist das der Vermieter.

Ähnlich soll es in Zukunft beim Kauf laufen. Auch hier ist es in den meisten Fällen der Verkäufer, der die Dienste des Immobilienmaklers aktiviert. Allerdings sieht der aktuelle Gesetzentwurf kein Bestellerprinzip vor, sondern eine paritätische Aufteilung der Kosten. Damit soll verhindert werden, dass der Verkäufer die Bezahlung der Courtage vollständig an den Käufer weiterreicht. Da es sich beim Immobilienkauf überwiegend um einen Verkäufermarkt handelt, werden in der Praxis immer wieder faktische Zwangslagen der Käufer ausgenutzt.

Teilung findet bereits vielerorts Anwendung

Die Maklerprovision liegt in den meisten Bundesländern bei 7,14 Prozent des Kaufpreises. In Hamburg (6,25 Prozent) sowie in Bremen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 5,95 Prozent) sind es weniger. Dafür wird die Begleichung der Courtage dort (mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommern) komplett an den Käufer weitergereicht. Das zeigen unter anderem Übersichten der Immobilienportale McMakler und Immoverkauf24.

Sie belegen außerdem die gültige Praxis, dass in den meisten Bundesländern die hälftige Teilung der Maklerprovision schon seit einiger Zeit stattfindet. Dort zahlen Verkäufer und Käufer jeweils 3,57 Prozent. Die neue gesetzliche Regelung würde die dortige Praxis also noch einmal festigen, aber nicht verändern. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen sowie in vereinzelten Regionen in Niedersachsen sieht der Gesetzentwurf aber Verbesserungen für die Käufer vor.

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