Fondsgebunden vs. klassisch: Welche Altersvorsorge passt zu wem?

Vorsorgekonzepte Berater Top News von Sebastian Wilhelm

Lebensversicherungen zur Altersvorsorge lassen sich grundlegend in zwei Typen gliedern – einer setzt auf Garantiezins und Überschüsse, der andere auf eine Kapitalmarktbeteiligung. Das sollten Makler darüber wissen.

Bei der Altersvorsorge per Lebensversicherung stehen Kunden mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

Bei der Altersvorsorge per Lebensversicherung stehen Kunden mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Bild: Adobe Stock/deagreez

Auch wenn schon des Öfteren das Sterbeglöckchen für die kapitalbildende Lebensversicherung geläutet wurde, ist sie noch immer quicklebendig. Vor allem ihre Sicherheit macht sie für Kunden attraktiv, denn hinter den Auszahlungsversprechen stehen solvente Unternehmen, die zusätzlich durch Protektor vor Insolvenz geschützt sind. Dennoch leidet natürlich auch diese Vorsorgevariante unter den niedrigen Zinsen, die sich insbesondere auf die klassisch kapitalbildende Lebensversicherung auswirken.

Deren Absatz ist laut der GDV-Statistik „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2019“ im Jahr 2018 auf 461.900 Neuverträge gesunken, was einem Rückgang von 0,9 Prozent zum Vorjahr entspricht. Die versicherte Summe sank sogar um 9,8 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Zuwächse verzeichnete dagegen die fondsgebundene Variante bei der versicherten Summe, die um 3 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro stieg. Auch hier ging die Zahl der Neuverträge allerdings zurück: 46.000 abgeschlossene Verträge bedeuten ein Minus von 2,9 Prozent. Trotz dieser Entwicklung – die zugunsten der Lebensversicherungen mit rentenförmiger Auszahlung verläuft – gehört es zum kleinen Einmaleins von Vorsorgemaklern, ihren Kunden den Unterschied zwischen fondsgebundenen und klassisch kapitalbildenden Lebensversicherungen erläutern zu können.

Die Gemeinsamkeiten

In beiden Fällen handelt es sich um ein Produkt, das den Kapitalaufbau mit einem Todesfallschutz verbindet. Verstirbt also der Versicherungsnehmer vor Vertragsablauf, wird die Versicherungssumme an die im Vertrag benannte begünstigte Person („Bezugsberechtigte/r“) ausgezahlt. Damit ist eine Risikolebensversicherung gewissermaßen inkludiert.

Zudem haben die fondsgebundene und die klassisch kapitalbildende Variante gemein, dass das angesparte Guthaben bei Vertragsende ausgezahlt und nicht verrentet wird. Wobei es hier dem Versicherungsnehmer obliegt, ob er die Summe als Einmalbeitrag in eine (neu abzuschließende) Rentenversicherung überführt.

Die Unterschiede

Was die beiden Typen unterscheidet, ist die Art, in der die Beiträge angelegt und vermehrt werden – und damit auch das Sicherheitsniveau und die Renditechancen. Bei der klassisch kapitalbildenden Lebensversicherung investiert der Versicherer das Geld in sichere Anlageformen und garantiert mindestens den Höchstrechnungszins. Dieser oft auch fälschlicherweise als „Garantiezins“ bezeichnete Satz liegt aktuell bei 0,9 Prozent und wird voraussichtlich bald weiter fallen.

Obendrauf kommt aber noch eine Überschussbeteiligung, die von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich ausfällt. Im Marktmittel liegt sie aktuell bei rund 2,2 Prozent, jedoch sorgt die Niedrigzinsmalaise auch hier für eine Negativtendenz. Zusammengenommen ergibt das also derzeit eine Verzinsung von gut 3 Prozent pro Jahr, was gemessen an der hohen Sicherheit keine schlechte Marge darstellt. Wie sie sich mittel- bis langfristig entwickelt, bleibt indes abzuwarten.

Die fondsgebundene Variante investiert das Kapital dagegen in Aktien bzw. Aktienfonds. Dadurch ergeben sich höhere Renditechancen, jedoch auch ein Verlustrisiko. Da die Börsen bisher allerdings langfristig immer eine positive Entwicklung aufweisen, ist dieses Risiko bei einem jahrzehntelangen Anlagehorizont überschaubar. Es empfiehlt sich aber, das Kapital in den letzten Vertragsjahren per Ablaufmanagement sukzessive in sicherere Assets umzuschichten. Andernfalls kann ein unpassend eintretender Börsenabsturz zu schmerzhaften Einbußen führen.

Es ist mithin eine Frage der Risikoneigung bzw. -toleranz, zu welcher Variante der jeweilige Kunde neigt – ein Besser und Schlechter gibt es hier nicht.