DFV hält trotz Corona-Krise an Jahreszielen fest

Michael Fiedler Versicherungen

Die Corona-Krise trifft die Deutsche Familienversicherung (DFV) insbesondere im Bereich Kapitalanlage. Warum sich die Frankfurter dennoch im Plan sehen und an ihren Jahreszielen festhalten.

Trotz der Corona-Krise zeigt sich Dr. Stefan Knoll zuversichtlich. Bild: DFV

Die Verwerfungen am Kapitalmarkt infolge der Corona-Krise treffen die Deutsche Familienversicherung (DFV) nach eigener Aussage hart. Die Frankfurter mussten in diesem Bereich Verluste in Höhe von 2,8 Millionen Euro verzeichnen. Blickt man jedoch auf das versicherungstechnische Ergebnis, in dem die Verluste aus der Kapitalanlage nicht enthalten sind, lässt sich feststellen, dass die DFV im selbstgesteckten Plan liegt (-1,8 Mio. Euro). Das junge Unternehmen, setzt stark auf Wachstum und nimmt dafür Verluste in Kauf. Für dieses Jahr sind Verluste zwischen 9 bis 11 Mio. Euro vor Steuern eingeplant.

Auch mit Blick auf die Neuverträge will die DFV an den eigenen Plänen festhalten – und die Zahlen geben Dr. Stefan Knoll, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Deutschen Familienversicherung bisher recht. So lag das Neugeschäft im ersten Quartal mit 27.718 Verträgen über den Erwartungen. Geplant hatte das Unternehmen für das erste Quartal 25.000 Neuverträge. Angesichts der Umstände „hoch erfreulich“, wie es auf der Bilanzpressekonferenz hieß.

Auslandskrankenversicherung: „Dramatischer Einbruch“

Zu diesen erwähnten Umständen zählt auch ein „dramatischer Nachfrage-Einbruch“ im Bereich Auslandskrankenversicherung. Allerdings konnte dieser Einbruch – auch für Knoll etwas überraschend – von der neueingeführten Tierkrankenversicherung abgefedert werden. Bei dem Ziel, mit Tierkranken und überarbeiteter PHV den Sachanteil auszubauen und insgesamt den Bestand zu stabilisieren, sieht sich die DFV im Soll.

Weitere neue Produkte werde es aber in diesem Jahr nicht geben, so Knoll. Die Konsortiallösung „CareflexChemie“ erfordere die volle Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit R+V Krankenversicherung und Barmenia Krankenversicherung wird erstmals bundesweit eine branchenweite, arbeitgeberfinanzierte tarifliche Pflegezusatzversicherung für Mitarbeiter der Chemiebranche angeboten. Damit würde sich die Anzahl der Verträge bei der DFV im nächsten Jahr verdoppeln. Besonderes herausfordernd ist das im IT-Bereich, wenn auf einen Schlag 500.000 Verträge verarbeitet werden müssen. Dafür waren und sind in diesem Jahr Investitionen notwendig; u.a. waren 55 Stellen zu besetzen. Hier verwies Knoll auf die erfolgreich abgeschlossene Rekrutierungskampagne, die bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte.

Der politisch veranlasste 'Lockdown' der Wirtschaft war von Knoll bereits in der Vergangenheit kritisiert worden. Den bereits erwähnten Einbruch bei den Auslandskrannkenversicherungen führt die DFV auf die weltweit geltenden Reisewarnungen zurück. Die massiven wirtschaftlichen Folgen würden Knoll zwar Sorge bereiten. Doch der DFV-Gründer gibt sich kämpferisch: „Keine Ahnung, welche Steine mir die Politik noch in den Weg wirft. Aber wir haben weiterhin vor, unsere Ziele zu erreichen.“
Zu diesen Zielen gehören 100.000 Neuverträge in diesem Jahr, eine Steigerung des Bestandsvolumens um 25 bis 30 Mio. Euro und eine Erhöhung der gebuchten Bruttobeiträge um mindestens 30 Prozent.

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